Schröpfen: Naturheilkundeverfahren durch Unterdruck auf der Haut

SchröpfenDas Schröpfen ist ein ausleitendes Verfahren der Naturheilkunde, bei dem ein Vakuum auf der Haut erzeugt wird. Mit Hilfe von Schröpfgläsern werden bestimmte Hautbereiche verstärkt durchblutet oder massiert.

Es werden mehrere Formen des Schröpfens unterschieden. Gebräuchlich sind vor allem das Blutige Schröpfen, das Trockene Schröpfen und die Schröpfmassage, welche auch zum Trockenen Schröpfen gezählt werden kann.

Das nötige Vakuum wird entweder durch die Verwendung einer Flamme, eines Saugballs, eines Ventils mit Pumpvorrichtung oder einer anderen Weise erreicht.

Geschröpft wird in der Regel an den Reflexzonen des Rückens. Auf diese Weise soll während der Behandlung eine Verbindung zu inneren Organen hergestellt werden. Der Behandler unterscheidet zudem Gewebszustände, die mit Blut gefüllt oder blutarm sind.

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Das Schröpfen wird häufig bei Beschwerden wie Durchblutungsstörungen, Rückenschmerzen oder Schwächezuständen durchgeführt. (1)

Die verschiedenen Schröpfformen

Schröpfen auf dem Rücken
Schröpfen auf dem Rücken mit insgesamt sechs Schröpfgläsern

Das Schröpfen zählt als Oberbegriff für drei eigenständige Schröpfformen, welche nach gleichem Prinzip arbeiten. Bei allen Formen wird ein Vakuum auf der Haut erzeugt. Die Intensität der Behandlung kann jedoch unterschiedlich sein.

Blutiges Schröpfen

Beim Blutigen Schröpfen wird die Haut zuvor angeritzt oder angestochen, damit beim Schröpfen Blut in das Schröpfglas fließen kann. Diese Schröpfform ist besonders intensiv und gilt als ausleitende und beruhigende Behandlung.

Blutiges Schröpfen wird in der Regel nur an heißen Gelosen (mit Blut gefüllte Gewebsveränderung) durchgeführt.

Trockenes Schröpfen

Trockenes Schröpfen
Beim trockenen und beim blutigen Schröpfen werden die Schröpfgläser auf eine bestimmte Hautfläche gegeben und dort für eine bestimmte Zeit belassen.

Beim Trockenen Schröpfen werden die Schröpfgläser auf die unversehrte Haut gesetzt. Sie verweilen solange, bis sich die Haut rot färbt. Diese Schröpfform kann das Gewebe anregen und Energie zuführen.

Trockenes Schröpfen wird in der Regel an leeren Gelosen (blutarme Gewebsveränderungen) durchgeführt.

Schröpfmassage

Schröpfmassage auf dem Rücken
Schröpfmassage auf dem Rücken. Es wird ein Unterdruck erzeugt und anschließend auf der eingeölten Haut entlang „gefahren“.

Bei der Schröpfmassage wird die Haut unter Vakuum mit dem Schröpfglas massiert. Diese Schröpfform gilt als relativ sanft und kann ebenfalls einen tonisierenden Effekt haben.

Schröpfmassage und Trockenes Schröpfen können gleichzeitig durchgeführt werden. Für die Schröpfmassage wird zusatzlich Massageöl verwendet, um die Massage angenehmer zu machen.

Wirkung

Das Schröpfen zählt zu den ausleitenden Verfahren und soll dadurch die so genannte Entschlackung oder Entgiftung ermöglichen können. Je nach Schröpfform sind aber auch andere Wirkeigenschaften möglich.

Im Allgemeinen kann das Schröpfen

  • Lymphfluss
  • Stoffwechsel
  • Durchblutung

anregen. (1)

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Das Schröpfen kann zudem reflektorisch auf innere Organe wirken und auch bei

  • Rückenschmerzen
  • Verdauungsproblemen
  • rheumatischen Beschwerden

helfen. (1)

Schröpfgläser

Schröpfgläser
Verschiedene Schröpfgläser

Für das Schröpfen werden verschiedene Schröpfgläser mit diversen Eigenschaften verwendet. Sie bestehen in der Regel aus einem rundlichen Glasgefäß. Das Vakuum kann jedoch auf unterschiedliche Weise erzeugt werden.

Für Trockenes und Blutiges Schröpfen können geschlossene Schröpfgläser oder Modelle mit Ventil verwendet werden. Bei Ventil-Schröpfgläsern wird der Unterdruck durch eine Pumpvorrichtung erzeugt. Die Schröpfköpfe können hingegen mit Hilfe von Feuer verwendet werden.

Für die Schröpfmassage werden so genannte Biersche Glocken verwendet. Diese Schröpfgläser besitzen einen Gummiball und können mit beiden Händen bedient werden.

Kontraindikationen

Eine Schröpfbehandlung wird in der Regel nicht durchgeführt bei

  • Hautentzündungen
  • frische Narben und Wunden
  • allergischen Hautzuständen

an den entsprechenden Schröpfstellen. (1)

Blutiges Schröpfen hinterlässt zudem eine kleine Wunde, die mit einem Pflaster geschützt wird und vollständig verheilt. Beim allen Schröpfformen kann es zudem zu starken Blutergüssen kommen.


Quellenverzeichnis

  1. Volker Schmiedel, Matthias Augustin (2008): Leitfaden Naturheilkunde, 5 Aufl., Urban & Fischer, München, S. 110ff.

MZ

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