Paraffin: Wärmebehandlung von Schmerzen und Kosmetikgrundstoff

ParaffinParaffin ist eine Verbindung aus gesättigten Kohlenwasserstoffen, und wird vor allem als Nebenprodukt in der Erdölproduktion gewonnen. Es ist wachsartig, geruchs- und geschmacklos, sowie wasserabweisend. (1)

Dank dieser Eigenschaften und weil es in der Regel sehr gut verträglich ist, wird Paraffin gerne in der Kosmetik oder im medizinischen Bereich eingesetzt.

Im therapeutischen Bereich wird die wachsartige Substanz als Abführmittel genutzt. (2) Des Weiteren kann ein Paraffinbad zur Schmerzbehandlung eingesetzt werden. Hierbei tauchen Sie die betroffenen Körperpartien bzw. Gelenke in das Bad ein, wodurch sich ein dünner Film des Wachses bildet. Die Wärme speichernden Eigenschaften der Substanz sollen so, in Verbindung mit der eigenen Körperwärme, für Besserung der Beschwerden sorgen. (3)

Eigenschaften

Paraffin gehört zu den gesättigten Kohlenwasserstoffen, und bedeutet so viel wie „wenig reaktionsfähig“. Dabei lässt der Stoff sich als wachsartig (und brennbar), geruchs- und geschmacksneutral, wasserabweisend und ungiftig beschreiben.

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Des Weiteren lässt es sich mit anderen Fetten und Wachsen zusammenschmelzen, was es für den Einsatz in Kosmetikprodukten prädestiniert. (2)

Einsatz von Paraffin

Kerze aus ParaffinDie oben beschriebenen Eigenschaften machen Paraffin zu einem vielfältig einsetzbarem Stoff.

Durch die Brennbarkeit wird es oft als Grundstoff für Kerzen und Massagekerzen verwendet.  Neben weiteren Anwendungen wie z. B. der Impregnierung verschiedener Oberflächen, findet es Verwendung in der Therapie und zu medizinischen Zwecken. (4)

Therapeutische Verwendung

Paraffin zur Lösung von Verstopfung

Paraffin hat bei oraler Einnahme (in flüssiger Form) oder durch Einführung von Zäpfchen eine abführende Wirkung.
Nach der Einnahme gelangt der Wirktstoff in den Darm. Hierdurch wird der Stuhl gelockert, welcher in Folge leichter abtransportiert werden kann. Die Einnahme sollten Sie jedoch immer zuerst mit Ihrem Hausarzt absprechen. (2)

Nach ähnlichem Prinzip lässt sich das Paraffin als Stuhlaufweicher bei Kindern einsetzen. Hierbei muss die Dosis je nach gewünschter Wirkung angepasst werden – wobei pro 10 kg Körpergewicht maximal 30 ml verabreicht werden sollten. Die Einnahme erfolgt entweder eine Stunde vor oder nach der Mahlzeit um die Vitaminaufnahme beim Verdauungsprozess nicht zu beeinträchtigen. (2)

Generell sollten Sie jedoch sowohl die orale und anale Einnahme von Paraffin mit Ihrem Hausarzt besprechen, um ungewünschte Nebenwirkungen zu vermeiden. Schwangere Frauen sollten Paraffin prinzipiell nicht einnehmen.

Paraffinbad

ParaffinbadBei der Schmerzbehandlung hat sich eine Wärmebehandlung der betroffenen Körperstellen- und Gelenke als wirkungsvoll erwiesen.

Dabei wird das kalte Wachs solange erwärmt, bis es flüssig ist, und die angestrebte Temperatur erreicht hat. Anschließend werden betroffene Körperstellen, wie z.B. Hand oder Ellenbogen in das Wachs eingetaucht. Nach herausziehen der eingetauchten Partien sollte sich ein dünner Film aus Wachs gebildet haben. Die Wärme speichernden Eigenschaften des harten Paraffins in Verbindung mit der eigenen Körperwärme werden so genutzt, um die schmerzende Stelle gezielt anzugehen. (3)

Mögliche Neben- und Wechselwirkungen

Der Einsatz bzw. die Einnahme von Paraffin sollte bei akuter Medikamenteneinnahme immer mit dem Hausarzt besprochen werden. So kann die Einnahme die Wirkung von blutgerinnungshemmenden Mitteln, sowie bestimmten Antibiotika und Stoffen zur Empfängnisverhütung verringern.

Falls nach der Einnahme allergische Reaktionen oder andere ungewünschte Nebenwirkungen auftreten, sollten Sie selbstverständlich einen Arzt kontaktieren. (2)

Risiken und Alternativen

Pflanzenöl ist ein guter Erstatz fürParaffinDerzeit wird auf dem Markt eine Vielzahl von kosmetischen Behandlungen mit Paraffin angeboten. Diese sollen die Haut sanft und geschmeidig machen; was unmittelbar nach der Behandlung prinzipiell auch der Fall ist. Allerdings soll die regelmäßige Anwendung auf der Haut einen eher gegenteiligen Effekt haben: Da Paraffin nicht wasserlöslich ist, wirkt es nur oberflächlich, und zieht nicht in die Haut ein. So sollen auf Dauer die Poren verstopfen, und der hauteigene Schutzfilm geschädigt werden. (1)

Alternativ können Sie z.B. auf Naturkosmetik- und Cremes umsteigen, deren Basis aus gut verträglichen Pflanzenölen besteht. Diese können auch weitere Vorteile durch die wertvollen enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe bieten.

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Bei Schmerzen sollte eine gelegentliche Behandlung durch ein Paraffinbad allerdings unbedenklich sein.


Quellenverzeichnis:

  1. Utopia.de: Paraffin,  https://utopia.de/ratgeber/paraffin-in-bad-wachs-und-oel-was-du-darueber-wissen-solltest/, aufgerufen am 21.05.2019
  2. Therapiebedarf: Paraffin, https://portal.mein-therapiebedarf.de/therapie-lexikon/paraffin/, aufgerufen am 21.05.2019
  3. Therapiebedarf: Parafinbad, https://portal.mein-therapiebedarf.de/therapie-lexikon/Paraffinbad/, aufgerufen am 22.05.2019
  4. Chemie.de: Paraffin, https://www.chemie.de/lexikon/Paraffin.html, aufgerufen am 21.05.2019
RR

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