Prana: Universelle Energie indischer Lehren

PranaAls Prana wird in den indischen Lehren eine universelle Energie bezeichnet, welche für Lebendigkeit und Bewegung steht. Das Sanskritwort bedeutet etwa „Atemluft“ oder „Lebenshauch“ und durchdringt nach indischer Philosophie stetig den menschlichen Körper.

Prana kann als die ayurvedische oder indische Variante der so genannten Lebensenergie verstanden werden. Demnach ist sie für die Lebenserhaltung notwendig und kann aus dem umgebenden Kosmos geschöpft werden.

In diversen indischen Lehren, wie dem Ayurveda oder dem Yoga, spielt Prana eine zentrale Rolle für die Gesundheit des Menschen. Mit verschiedenen Techniken kann sie dabei dem Körper und dem Geist zugefügt werden.

Definition und Abgrenzung

Prana als Bewegungsprinzip

AyurvedamassageDie indischen Lehren beschreiben Prana als kosmische Energie, die dem Leben zugrunde liegt. Prana steht dabei für Bewegung und umgibt und durchdringt die Atmosphäre. Nach indischer Philosophie besteht das Leben aus Bewegung, da selbst ruhende Objekte letztlich aus beweglichen kleinen Teilen bestehen.

Als indische Lebensenergie ist Prana somit für viele Lehren wie Ayurveda, Yoga oder die Chakrenlehre von Bedeutung. Durch die Atmung und die Energiezentren kann der Körper demnach ständig Prana aufnehmen.

Abgrenzung zu anderen Energieformen

Traditionelle Chinesische MedizinPrana kann im Grunde mit anderen Interpretationen von Lebensenergie in diversen Kulturen gleichgesetzt werden. So ähnelt es dem chinesischen Qi, dem japanischen Ki oder dem Lung der tibetischen Lehren.

All diese Kulturen haben eine ähnliche Auffassung von einer universellen Energie, welche das Leben beeinflusst und gesteuert werden kann. Dennoch unterscheidet sich das Prana in Details und im Kontext mit der indischen Gesundheitslehre von den anderen Lebensenergien.

Prana im Ayurveda

NadisIm Ayurveda ist das Prana eines von mehreren wichtigen Prinzipien für einen gesunden Organismus. Demnach fließt in einem vitalen Körper eine optimale Menge und Qualität an Prana in entsprechender Richtung durch die Energiebahnen (Nadis).

Dem Ayurveda zufolge wird die Lebensenergie durch die Chakren aufgenommen und über das Nadisystem durch den Körper transportiert. Ein Mangel an Prana oder ein gestörter Energiefluss kann dabei zu diversen Beschwerden des Organismus führen.

Da das Dosha Vata dem Prinzip der Bewegung im Körper entspricht, steht es mit Prana in Zusammenhang. So entsprechen die 5 Subdoshas, welche die Verteilung von Vata im Körper darstellen, den 5 Fließrichtungen der Pranaenergie. (1)

Zudem kennt die indische Gesundheitslehre diverse Anwendungen und Therapien, um Prana im Körper zu mehren oder auszugleichen. Dazu gehören Ölanwendungen, Massage der Nadis oder bestimmte Diäten.

Prana im Yoga

YogaIn diversen Formen des Yoga spielt Prana eine zentrale Rolle. Vor allem bei den Atemübungen (Pranayama) und bei den Körperübungen (Asanas) wird das Prana aktiv durch eine kontrollierte Atmung miteinbezogen.

Der Yoga versucht beim Ein- und Ausatmen das Prana zu kontrollieren und bewusst im Körper zu lenken. Durch diverse Techniken wie Nasenatmung oder Feueratmung können zudem bestimmte Bereiche angeregt und stimuliert werden.


Quellenverzeichnis

  1. Neuhäusser, Natalie (2006): Ayurvedische Massagen – Handbuch der Öl- und Massageanwendungen des Ayurveda, Lumière Verlag, Waiblingen, S. 22ff.
RR

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