Ama: Unausgeschiedene Rückstände des Stoffwechsels

Ama
Ama im Verdauungstrakt

Als Ama werden nach indischer Gesundheitslehre (Ayurveda) unausgeschiedene Rückstände von Stoffwechselprodukten bezeichnet. Diese werden auch Giftstoffe oder Schlacken genannt und können dem Ayurveda zufolge diverse Störungen und Krankheiten hervorrufen.

Ama kann auf unterschiedliche Weise entstehen und sich im Gewebe oder in energetischen Kanälen absetzen und so die Funktionen des Körpers beeinträchtigen. Diese Giftstoffe entstehen dabei nicht nur aus Verdauungsrückständen, sondern etwa auch durch negative Emotionen. (1)

Der Ayurveda kennt diverse Verfahren, um Ama wieder aus dem Körper zu befördern. Dazu gehören vor allem die Vorbereitungen und die Massagen der Panchakarma.

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Definition und Unterschiede

Entschlackung
Entschlackung des Darms

Bei Ama handelt es sich um den ayurvedischen Begriff für die so genannten Schlacken (Giftstoffe) im Körper. Die Bezeichnung stammt aus der Ayurveda Gesundheitslehre und gilt für diverse Reststoffe von Verdauungsprozessen, welche im Körper verblieben sind.

In Deutschland wird Ama häufig mit Schlacken oder Giftstoffen gleichgesetzt. Die Existenz dieser Abfallprodukte konnte wissenschaftlich jedoch noch nicht belegt werden. Das ayurvedische Ama umfasst dabei körperliche wie auch feinstoffliche Aspekte.

Zu unterscheiden ist das Ama zudem von den in der Alternativmedizin bekannten Schlacken, welche durch die so genannte Entschlackung behandelt werden. Dabei kommen häufig naturheilkundliche Verfahren wie etwa Schröpfen oder Fastenkuren zum Einsatz.

Zu unterscheiden sind diese Schlackenstoffe im Körper zudem von den Schlacken als Verbrennungsrückstände von Asche.

Ama im Ayurveda

Ayurvedamassage
Ayurvedamassage in der Vorbereitung

Im Ayurveda spielt Ama eine zentrale Rolle für die Entstehung von Krankheiten. So wird davon ausgegangen, dass die Ansammlung von Ama im Körper dessen Funktionen beeinträchtigen kann und zu einer Art Verstopfung von energetischen Kanälen führt.

Ama kann nach dem Ayurveda zufolge auf verschiedene Weise entstehen. Häufig spielen dabei die Verdauung mit dem Verdauungsfeuer (Agni) sowie der geistige Zustand des Menschen eine Rolle.

Bei ayurvedischen Therapien von diversen Erkrankungen wird häufig auch Ama behandelt. Eine Reduzierung der Giftstoffe im Körper ist dabei meist Bestandteil von Ayurvedabehandlungen.

Bildung von Ama

Nach ayurvedischen Lehren bildet sich Ama aus Stoffwechselrückständen (Malas), welche nicht ausgeschieden werden konnten. Malas sind somit Abfallprodukte, die Giftstoffe produzieren können, wenn sie im Körper verbleiben. (1)

Zu den wichtigsten Stoffwechselaussonderungen gehören Sekrete von Augen, Nasen und Ohren, Schweiß und Stuhlabsonderungen. Es gibt auch Malas, welche im Körper verbleiben oder nicht ausgeschieden werden. Dazu gehört die Behaarung sowie Galle und Schleim.

Die folgenden Faktoren können die Bildung von Ama begünstigen:

  • verdorbene und alte Nahrung
  • verarbeitete Lebensmittel (Konserven)
  • zu viel Kapha (schwer verdauliche Nahrung)
  • zu viele kalte, rohe und trockene Lebensmttel
  • schwaches Agni durch zuviel oder zu wenig Essen
  • Unterdrückung der Urbedürfnisse (Stuhlgang, Hunger, Durst)
  • negative Emotionen (Wut, Angst, Aggression, Eifersucht usw.) (1)

Reduzierung von Ama

Panchakarma
Panchakarma mit Ölstausee

Die indische Gesundheitslehre kennt viele Möglichkeiten zur Behandlung von Ama-Ansammlungen. So können ausleitenden Verfahren, spezielle Diäten oder auch Ayurvedamassagen zum Einsatz kommen.

Eine Ansammlung von Ama kann sich beispielsweise durch folgende Anzeichen bemerkbar machen:

  • Zungenbelag
  • Hautprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Gelenkprobleme
  • Schwäche, Trägheit
  • Verdauungsstörungen
  • chronische Erkältungen
  • Müdigkeit, Erschöpfung
  • gestörtes Appetitempfinden
  • Mundgeruch und Körpergeruch (1)

Ama kann durch viele ayurvedische Ölanwendungen, Massagen und Reinigungskuren reduziert werden. Klassischerweise wird zu diesem Zwecke auch die Panchakarma durchgeführt. Diese mehrwöchige Kur beinhaltet mehrere Anwendungen.

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Als Vorbereitung auf eine Panchakarma werden häufig Ölmassagen wie die Abhyanga durchgeführt. Je nach Bedarf des zu Behandelnden können auch andere Ölanwendungen oder Schwitzkuren bevorzugt werden.

Gerade die Vorbereitungen dienen der Reinigung des Körpers von Ama, während die Panchakarma selbst das Ausleiten des Verdauungstrakts ermöglicht.

Ama je nach Konstitutionstyp

Vata Dosha (Bewegung)
Vata ist eines von drei biologischen Grundprinzipien im Ayurveda (Dosha), die den menschlichen Typen bestimmen. Vata ist ein Begriff aus dem Sanskrit und bedeutet sich bewegen.

Die Behandlung von Ama erfolgt häufig im Kontext der jeweiligen Doshastörungen. Je nach Störung von Pitta, Vata oder Kapha kann sich die Schlackenansammlung unterschiedlich sichtbar machen.

Bei Ama in Kombination mit einer Vata-Konstitution sammeln sich die Giftstoffe vor allem als Entzündungen in den Knochen und Gelenken an.

Bei Ama in Kombination mit einer Kapha-Konstitution sammeln sich die Giftstoffe häufig als Schleimmengen in den Bronchien und Nebenhöhlen an.

Bei Ama in Kombination mit einer Pitta-Konstitution sammeln sich die Giftstoffe häufig als Toxine im Blut an und nehmen Einfluss auf den Hautzustand und die Verdauung.


Quellenverzeichnis

  1. Neuhäusser, Natalie (2006): Ayurvedische Massagen – Handbuch der Öl- und Massageanwendungen des Ayurveda, Lumière Verlag, Waiblingen, S. 70ff.
MZ

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