Vata: ayurvedisches Dosha, das für Bewegung steht

Vata Dosha (Bewegung)
Vata ist eines von drei biologischen Grundprinzipien im Ayurveda (Dosha), die den menschlichen Typen bestimmen. Vata ist ein Begriff aus dem Sanskrit und bedeutet sich bewegen.

Vata ist eines von drei biologischen Grundprinzipien im Ayurveda (Dosha), die den menschlichen Typen bestimmen. Vata ist ein Begriff aus dem Sanskrit und bedeutet sich bewegen. Das Vata-Dosha repräsentiert demnach das Prinzip der Bewegung – sowohl physische als auch psychische: es regelt die Tätigkeit der Muskulatur, der inneren Organe, des Geistes sowie der Sinnesorgane.

Die Dosha setzen sich aus einer Kombination der fünf Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther zusammen. Vata besteht aus den Elementen Luft und Äther.

Vata als Bewegungsprinzip

Das Dosha steht für das Prinzip der Bewegung und reguliert daher die Bewegungen von Organen, Gewebe, Muskeln und Körperzellen und die Aktivität des Nervensystems.

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Das bewegliche Prinzip Vata fördert die unbeweglichen Doshas Pitta und Kapha und führt sie.

Lokalisierung von Vata

Vata-Lokalisierung
Lokalisierung von Vata

Körperlich lokalisiert wird Vata Dosha im unteren Körperdrittel, also dem Beckenraum mit den Hüften, den Geschlechtsorganen sowie im Dickdarm. Auch im Gesicht eines Menschen befindet sich die Vata-Region im unteren, beweglichen Drittel mit Mund und Ohren.

Bei einer Überentwicklung von Vata sammelt es sich in diesen Regionen und kann hier auch entsprechende Störungen auslösen.

Vata-Eigenschaften

Vata ist trocken, rauh, leicht, schnell, beweglich und kalt.

Vata in der Ayurvedamassage

Vata wird bei der Ayurvedamassage durch ein bestimmtes Kräuteröl berücksichtigt. Dieses Öl baut auf dem Basisöl Sesamöl auf und wird mit Kräutern wie Lavendel und Johanneskraut sowie Zitrone angereichert. Das Ergebnis ist ein Vata-Massageöl.

Vata und seine körperlich-seelischen Ausprägungen – der Vata-Typ

Shirodhara
Shirodhara – Stirnguss mit Sesamöl

Im Ayurveda wird von folgenden körperlich-seelischen Ausprägungen des Vata-Dosha ausgegangen:

  • wechselhaftes Wesen
  • leichter Knochenbau mit Neigung zur Unterentwicklung
  • (sehr) schlanke Figur
  • wenig entwickelte Muskulatur, hervortretende Knochen, Gelenke und Venen
  • eher dunkler Teint mit Neigung zu Muttermalen und einem trockenen Hauttyp
  • wenig Haarwuchs, brüchige Nagelsubstanz
  • Abneigung gegen kaltes und windiges Wetter
  • unregelmäßiger Hunger und unregelmäßige Verdauung
  • Neigung zu unregelmäßiger Lebensführung
  • unterschiedlich stark ausgeprägter Appetit
  • reagiert empfindsam auf seine Umgebung (geräusch- und berührungsempfindlich)
  • schnelle Auffassungsgabe, fantasiebegabt, große Begeisterungsfähigkeit, gesprächig
  • vergesslich, wenig ausgeprägter Wille und Selbstvertrauen
  • hektisch, sprunghaft, ermüdet schnell
  • Neigung zu Sorgen und Kummer

Vata-Beschwerden

Vata-Beschwerden
Schlaflosigkeit, Erschöpfung, chronische Müdigkeit, Nervosität, ein hektisches Gemüt, Besorgtheit, Nervenschwäche, sich nicht geerdet fühlen, Ängste und Verkrampfungen sind beispielsweise Vata-Beschwerden.

Schlaflosigkeit, Erschöpfung, chronische Müdigkeit, Nervosität, ein hektisches Gemüt, Besorgtheit, Nervenschwäche, sich nicht geerdet fühlen, Ängste und Verkrampfungen sind beispielsweise Vata-Beschwerden.

In körperlicher Hinsicht kommt es bei einer Dominanz von Vata zu Verstopfung, Blähungen, nervösem Magen und krampfartigen Menstruationsschmerzen.

Befindet sich Vata im Gleichgewicht, so sind es die anderen beiden Doshas (Kapha, Pitta) in den meisten Fällen auch. Ist Vata allerdings aus dem Gesamtgleichgewicht der Doshas geraten, werden sämtliche organischen Abbauvorgänge beschleunigt.

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Das Frühstadium einer Krankheit ist häufig von Vata dominiert.


Quellenverzeichnis

  1. Übersetzungen der klassischen Texte des Ayurveda, die Caraka Samhita und die Sushruta Samhita sowie die Ashtanga Hridaya Samhitha.
  2. Frohn, Birgit (1994): Ayurveda für jeden Tag, München, Mosaik Verlag.
  3. Frohn, Birgit (1997): Gesund und schön durch Ayurveda, München, Südwest Verlag.
  4. Frohn, Birgit (2006): Heilpflanzen im Ayurveda, München, AT Verlag.
MH

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