Depression: Belastende Stimmungslage mit charakteristischen Symptomen

Therapie bei DepressionEine Depression ist eine psychische Erkrankung, die sich in Form zahlreicher Symptome zeigen kann. (1)

Entsprechend handelt es sich bei einer Depression um ein komplexes Zusammenspiel auf Basis physischer, psychischer und psychosozialer Faktoren mit individuellen Unterschieden. (2)

In Deutschland sind ca. 5 Prozent der Bevölkerung – bzw. schätzungsweise vier Millionen Menschen – an einer Depression erkrankt. Von 100 Personen erkranken jedes Jahr ca. 1 bis 2 neu an depressiven Episoden.

Die Wahrscheinlichkeit, diese Art der psychischen Erkrankung im Laufe seines Lebens zu entwickeln, beträgt zwischen 7 und 18 Prozent.

Eine Depression betrifft alle Altersstufen, allerdings liegt der Erkrankungsgipfel typischerweise zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Viele Betroffene entwickeln jedoch bereits vor dem 30. Lebensjahr ihre erste depressive Episode.

Frauen erkranken etwa doppelt so häufig an einer Depression als Männer.

Die meisten Betroffenen denken früher oder später über Suizid nach. 10 bis 15 Prozent aller Patienten, die unter wiederkehrenden, intensiv ausgeprägten Depressionen leiden, sterben durch Selbstmord. (1)

Symptome einer Depression

Chronischer Rückenschmerz bei DepressionEine quälende innere Stimmungslage – die von Symptomen wie Angst, Hoffnungslosigkeit und Leere begleitet werden kann -, bildet die Basis depressiver Erkrankungen.

Die bedrückte Gemütslage führt zu Beeinträchtigungen zentraler Lebensfunktionen. (2)

Es handelt sich um eine Depression, wenn mehrere der unten stehenden Anzeichen über mindestens zwei Wochen beobachtet werden (3).

Neben Konzentrationsstörungen und Libido-Verlust können physiologische Symptome wie Magen– oder Kopfschmerzen auftreten. (2)

Hinzu kommen charakteristische Beschwerden wie eine anhaltende gedrückte Stimmungslage, Appetit- und Antriebslosigkeit sowie ein reduziertes Denkvermögen. Gleiches gilt für Interessenverlust sowie facettenreiche körperliche Symptome wie Schlaflosigkeit oder Schmerzzustände. (1)

Zusätzlich können Schuldgefühle, chronische Rückenschmerzen oder ein Tinnitus auftreten. (3)

Charakteristisch für eine Depression ist das typische Stimmungstief am Morgen. Im Laufe des Tages bessern sich die Beschwerden zum Abend hin leicht. (2)

Ursachen von depressiven Episoden

Hormonveränderungen bei DepressionTypischerweise basieren Depressionen auf mehreren Ursachen. Dabei interagieren physiologische sowie genetische Faktoren mit psychischen und psychosozialen Auslösern, die sich zusätzlich gegenseitig verstärken.

Wissenschaftlich noch unsicher ist, ob genetische Faktoren – oder erworbene Verhaltensweisen in Bezug auf Stress, Probleme oder Krisen – die größere Rolle spielen.

Im Rahmen einer depressiven Episode ist die Balance des Hirnstoffwechsels gestört. Diesbezüglich ist die Konzentration der Botenstoffe Serotonin – und oder Noradrenalin – nicht mehr optimal.

Durch das gestörte Gleichgewicht dieser Botenstoffe – die für die Kommunikation zwischen den Nervenzellen – beispielsweise zur Verarbeitung von Sinneseindrücken verantwortlich sind -, ist die Impulsübertragung gestört. In Folge verändern sich die Emotionen und die Gedanken der Betroffenen.

Als weitere (zusätzliche) Ursachen sind Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion, Tumore, Parkinson und Hormonstörungen zu nennen. (2)

Depressionen durch Stress

Depression durch StressAufgrund von chronischem Stress, bei Infektionserkrankungen oder bei einem akuten Trauma wird vermehrt das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet, die Verhaltensänderungen induziert, die auch für eine Depression charakteristisch sind.

Diesbezüglich sind Appetit-,  Denk- und Schlafstörungen sowie intensiver ausgeprägte Angstreaktionen und die Abnahme des sexuellen Verlangens zu nennen.

Aus Sicht von Experten geht diese gestörte Balance der Stresshormone auf die jeweilige Veranlagung Betroffener zurück.

In Studien wurde beobachtet, dass ca. ein Drittel der depressiven Probanden vor Ausbruch der Erkrankung von akuten oder auch länger andauernden belastenden Lebensereignissen betroffen waren.

Zusätzlich zeigten die Studien, dass das Depressionsrisiko nach belastenden Situationen im Familien- oder Freundeskreis, dem Tod einer nahestehenden Person, der – allen voran vorzeitigen oder erzwungenen – Berentung oder der Geburt eines Kindes, erhöht ist. (2)

Medikamentöse Therapie von Depressionen

Antidepressiva bei DepressionBei mittelschweren bis schweren Verläufen ist die Gabe von Antidepressiva meistens unverzichtbar.

Dank der medikamentösen Behandlung können die Botenstoffe wieder ins Gleichgewicht gebracht und die Signalübertragung harmonisiert werden.

Als Medikamente eignen sich u. a. sogenannte SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) sowie TZA und TeZA (trizyklische bzw. tetrazyklische Antidepressiva.) und teilweise auch MAO-Hemmer (nicht-selektive irreversible Monoaminooxidase-Hemmer) und RIMA (selektive reversible Monoaminooxidase-A-Hemmer).

Bei bipolaren Erkrankungen kommen zusätzliche Medikamente – u. a. Lithium – zum Einsatz.

Da es einige Zeit dauern kann, bis die Wirkung einsetzt, ist eine engmaschige Betreuung durch den behandelten Arzt unverzichtbar. Um einen Rückfall zu vermeiden, müssen die Antidepressiva ausreichend lange eingenommen werden.

Sobald Betroffene nach erfolgreicher Therapie wieder erste Anzeichen einer Depression spüren, sollten sie rechtzeitig einen Arzt aufsuchen, da eine frühzeitige Therapie mit Antidepressiva die Intensität und die Dauer weiterer depressiver Phasen deutlich reduzieren kann. (2)

Weitere therapeutische Maßnahmen

Verhaltenstherapie bei DepressionZusätzlich zur medikamentösen Therapie von Depressionen ist bei mittleren und schweren Verläufen eine Psychotherapie wichtig für einen Behandlungserfolg.

Dabei wird zwischen einer Verhaltenstherapie und tiefenpsychologischen Verfahren unterschieden.

Darüber hinaus gibt es unterstützende Angebote.

Diesbezüglich sind eine Bewegungs– und Kunsttherapie, ergotherapeutische Verfahren und Selbsthilfegruppen zu nennen, die je nach Maßnahme auf eine physiologische Regeneration, Selbstbestätigung, eine Stabilisierung des Alltags und auf eine gegenseitige Unterstützung abzielen. (2)


Quellenverzeichnis

  1. Neurologen und Psychiater im Netz: Was ist eine Depression?, https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/erkrankungen/depressionen/was-ist-eine-depression/, abgerufen am 26. März 2018
  2. Apotheken Umschau: Depression, https://www.apotheken-umschau.de/Depression, abgerufen am 26. März 2018
  3. Deutsche Depressions Hilfe: Depression: Infos und Hilfe, https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe, abgerufen am 26. März 2018

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