Phytotherapie: Die Behandlung von Krankheiten mithilfe pflanzlicher Wirkstoffe

Lavendelöl als PhytotherapieDie Phytotherapie bezeichnet die Therapie von Beschwerden und Krankheiten durch Arzneipflanzen. (1)

Die Lehre der Phytotherapie, die auch als Pflanzenheilkunde oder Kräutermedizin bekannt ist, basiert auf der Verwendung von Heilpflanzen als Arzneimittel. (2)

Zur Heilung, Linderung und Prävention werden Pflanzenbestanteile wie Blüten, Blätter oder Wurzeln genutzt.

Gleiches gilt für pflanzliche Inhaltsstoffe wie ätherische Öle und arzneiliche Zubereitungen – auch bekannt als Phytopharmaka – wie Trockenextrakte, Tinkturen oder Presssäfte.

Aus medizinischer Sicht zählt die Pflanzenheilkunde zur naturwissenschaften Medizin.

Dabei gilt die Interaktion aus Dosis und Wirkung der Phytotherapie als pharmakologisch charakterisierbar. (1)

Insbesondere bei leichteren Erkrankungen wie Erkältungskrankheiten und bei chronischen Beschwerden wird die Phytotherapie verwendet.

In der Intensiv- und Notfallmedizin kommen pflanzliche Medikamente eher nicht zum Einsatz.

Der Vorteil von Pflanzenheilkunde liegt in der Beobachtung, dass pflanzliche Arzneimittel häufig weniger Nebenwirkung besitzen. (3)

Die geschichtliche Entwicklung der Pflanzenheilkunde

Ursprung der PhytotherapieBei der Phytotherapie, die ursprünglich von dem französischen Arzt Henric Leclerc geprägt wurde, handelt es sich um eine der ältesten medizinischen Therapieformen, die in allen Kulturen und auf allen Kontinenten genutzt wird. (2)

Pflanzen gelten als ältestes Heilmittel, die schon vor Jahrtausenden die Basis für die ersten Arzneimittel bildeten.

In diesem Zusammenhang wurden Heilpflanzen in Asien – in China und Indien – bereits im sechsten Jahrtausend angepflanzt.

Mittlerweile sind viele positive Wirkungen von Pflanzen wissenschaftlich erwiesen. (3)

Die moderne Phytotherapie wird in Deutschland mit Prof. Dr. Rudolf Fritz Weiß assoziiert, der im Arzneimittelgesetz als Therapierichtung genannt wird. (1)

Diese neue Form der Phytotherapie basiert auf den Grundlagen der naturwissenschaftlich begründeten Medizin, die sich auf das Dosis-Wirkungs-Prinzip beruft und ähnliche Krankheiten bzw. Beschwerdebilder definiert. (2)

Grundlagen der Phytotherapie

Tee als PhytotherapieDie Pflanzenheilkunde basiert auf der Phytopharmakognosie, die das Wissen über die unterschiedlichen Heilpflanzen sammelt.

Um Verwechslungen und Irrtümer auszuschließen, bildet die Identifikation alter Pflanzennamen die Grundlage dieser Therapieform.

Die therapeutische Wirkung der Heilpflanzen samt ihrer Inhaltsstoffe zu erfoschen, gilt als zentrales Ziel der Phytotherapie. (2)

Charakteristisch für diese Therapieform ist, dass keine isolierten Inhaltststoffe, sondern ausschließlich Stoffgemische verwendet werden, die als Drogen bezeichnet werden.

Für die Gewinnung der therapeutischen Ausgangsstoffe werden die Pflanzenteile frisch oder in Form von Extrakt, Tee, Saft, Pulver, Tinkturen oder als ätherisches Öl genutzt.

Während es sich beispielsweise bei einer Tinktur um einen alkoholischen Auszug handelt, werden zur Salbenherstellung Pflanzenextrakte – unter Beigabe von Subtanzen wie Bienenwachs und eines Emulgators – genutzt.

Bei Kräuterstempeln zum Beispiel werden die pflanzlichen Stoffe durch Erwärmung herausgelöst.

Gele werden wiederum aus verdünnten oder wässrigen alkoholischen Extrakten – mithilfe eines Gelbildners – hergestellt.

Aufgrund der Verwendung von Stoffgemischen, besitzen Heilpflanzen unterschiedliche Effekte und können entsprechend bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt werden. (2)

Kategorien der Pflanzenheilkunde

Kategorien der PhytotherapieDie Pflanzenheilkunde unterteilt sich in zwei Kategorien.

Während sich die naturwissenschaftlich orientierte Phytotherapie (rationale Pflanzenheilkunde) sich mit dem Risiko-Nutzen-Verhältnis beschäftigt, steht bei der erfahrungsheilkundlich orientieren Phytotherapie das umfassende Wissen über die traditionelle Anwenung der Heilpflanzen im Mittelpunkt.

Die rational geprägte Pflanzenheilkunde behandelt darüber hinaus die physiologischen und pharmakologischen Effekte einzelner Inhaltsstoffe. (3)

Die Phytotherapie unterteilt sich desweiteren in Pharmakologie, Pharmazeutik und Toxikologie, die in ihrer Gesamtheit als pharmazeutische Biologie bezeichnet wird. (2)

Die Standardisierung von pflanzlichen Arzneimitteln

Standardisierte PhytotherapieDa der Wirkstoffgehalt von Heilpflanzen natürlichen Schwankungen – aufgrund von unterschiedlichen Erntezeitpunkten, Klima und Standort – unterliegt, ist eine Standardisierung der Wirkstoffe und der Methoden der Arzneimittelproduktion unverzichtbar.

Hinzukommen Veränderungen des Wirkstoffgehalts durch den jeweiligen Herstellungsprozess und durch die Lagerbedingungen.

Um eine gleichbleibende Qualität und und die Wirkung zu garantieren, müssen Phytopharmaka eine definierte Menge an Wirkstoffen enthalten.

Für die Herstellung der pflanzlichen Wirkstoffe gibt es verschiedene Methoden, die sich nach den Wirkstoffen richtet, die aus den Pflanzenteilen extrahiert werden.

Die Art der Gewinnung hat Einfluss auf die jeweilige Wirkungsweise der Phytotherapie. (2)


Quellenverzeichnis

  1. Phytotherapie.de: Was ist Phytotherapie, https://phytotherapie.de/de/kontakt/was-ist-phytotherapie/, abgerufen am 08. November 2018
  2. Wikipedia.de: Pflanzenheilkunde, https://de.wikipedia.org/wiki/Pflanzenheilkunde, abgerufen am 08. November 2018
  3. Naturheilkunde.de: Pflanzenheilkunde – mit der Kraft der Natur Krankheiten heilen, https://www.naturheilkunde.de/naturheilverfahren/pflanzenheilkunde.html, abgerufen am 08. November 2018

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