Menthol: Charakteristischer Bestandteil von ätherischem Pfefferminzöl

Erfrischendes MentholMenthol bezeichnet einen Bestandteil von ätherischen Ölen.

Der Wirkstoff ist vor allem als typischer Inhaltsstoff von Pfefferminzöl bekannt. (1)
In diesem Zusammenhang stellt Menthol als kristalliner Stoff mit Pfefferminzgeruch den Hauptbestandteil der ätherischen Öle der Pfefferminze dar.

Die einzelnen Kristalle sind aus chemischer Sicht nadelförmig. (2)

Menthol wird vor allem durch Isolation aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt. (1) In diesem Zusammenhang sind Pflanzen der Gattung Mentha – beispielweise Mentha arvensis var. Piperascens (japanische Minze) – zu nennen.

Darüber hinaus kann der Wirkstoff synthetisch hergestellt werden. (2)

Zusätzlich wird Menthol auch als Aroma- und Duftstoff verwendet und ist diesbezüglich zum Beispiel Bestandteil von aromatisierten Zigaretten. Gleiches gilt für das Aromatisieren von Kaugummis.

Der Stoffwechsel des Wirkstoffs findet hauptsächlich in der Leber statt, wobei das Abbauprodukt über die Nieren ausgeschieden wird. (1)

Wirkungen von Menthol

Menthol in PflegeproduktenWeil Menthol an einem Kälte-Menthol-Rezeptor des Gehirns wirkt, kommt es zu einem kühlenden Effekt auf der Haut. Diese Wirkung tritt allerdings nur scheinbar auf, da die Körpertemperatur nicht beeinflusst wird. (1)

Während die als kühlend empfundene Wirkung auf niedrigen Konzentrationen basiert – zum Beispiel 0,1 Prozent in Nasenspray -, sorgen hohe Konzentrationen zu einer brennenden, wärmenden, reizenden und schmerzreduzierenden Wirkung.

Zusätzlich kann eine hohe Dosierung zu einer ausgeprägteren Empfindlichkeit gegenüber Kältereizen führen.

Zusätzlich erfrischt der Wirkstoff Haut und Schleimhäute und wirkt lokalanästhetisch (lokal betäubend), antimikrobiell, krampflösend, insektizid, karminativ (gegen Blähungen wirksam) und gallentreibend. (2)

In der Bienenzucht wirkt Menthol gegen den Befall von Milben. (1)

Indikationen für Menthol

Menthol bei ErkältungenMenthol ist als Wirkstoff Bestandteil von verschiedenen Arzneimitteln.

Es kann zur Therapie von dermatologischen Erkrankungen, Erkältungen – beispielweise bei Schnupfen – oder bei Sportverletzungen angewendet werden.

Bei Erkrankungen wie Hämorrhoiden, Fieberbläschen, Windpocken, Ekzemen und Insektenstichen kann der Wirkstoff – in der Regel in einer Konzentration von 1 Prozent – seine juckreizreduzierenden und kühlenden Effekte induzieren. (2)

Der Wirkstoff wirkt als Lokalanästhetikum (lokales Betäubungsmittel) leicht betäubend und wird als Analgetikum (schmerzlinderndes Medikament) eingesetzt. (1)

Eine verstopfte Nase oder Schnupfen kann ebenfalls behandelt werden. Dafür wird der Wirkstoff als Erkältungsbalsam, Nasenmittel oder als Inhalationsstoff – zum Beispiel in Form spezieller Inhalierstifte – angewendet.

Beim Inhalieren entsteht ein Frischegefühl, der zu einem als subjektiv befreiend empfundenem Effekt führt. Andere Erkältungssymptome können mit angereicherten Erkältungsbädern und mit Erkältungssalben und Inhalationsmitteln therapiert werden.

Entzündungen im Halsbereich sprechen auf Bronchialpastillen und Lutschtabletten an. Gleiches gilt für die Therapie von Mundgeruch. Wer unter Kopfschmerzen leidet, kann den Wirkstoff in Form von Öl oder Balsam auf die Schläfen geben.

Während Gelenkbeschwerden, Muskelschmerzen und Sportverletzungen mit Kältespray, Auflagen, Creme und Gel behandelt werden können, eignen sich für Verdauungsprobleme wie Blähungen kleine Dosen in oraler Form als Pfefferminztee oder Pfefferminzöl. (2)

Kontraindikationen und Nebenwirkungen

Kontraindikationen von MentholMenthol besitzt reizende Effekte und kann bei der Aufnahmen von wenigen Gramm bereits zu Herzrhythmusstörungen führen.

Bei Säuglingen und Kleinkindern ist besondere Vorsicht notwendig: durch Inhalation kann es über eine schwere Atemnot zum Tod durch Atemstillstand kommen. (1)

Um die Augen vor der reizenden Wirkung zu schützen, ist bei der Anwendung von hohen Menthol-Konzentrationen und bei reinem Menthol eine vorsichtige Anwendung unerlässlich.

Zu weiteren Nebenwirkungen zählen eine allergische Kontaktdermatitis, Überempfindlichkeitsreaktionen und Reizungen der Haut in hoher Dosierung. (2)


Quellenverzeichnis

  1. Chemie.de: Menthol, http://www.chemie.de/lexikon/Menthol.html, abgerufen am 20. November 2018
  2. Pharmawiki.de: Menthol, https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=menthol, abgerufen am 20. November 2018

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