Hydrotherapie: naturheilkundliche Behandlung mit warmem und kaltem Wasser

Hydrotherapie
Hydrotherapie mit Wasser

Die Hydrotherapie ist ein naturheilkundliches Verfahren mit der Anwendung von unterschiedlich temperiertem Wasser. Dabei werden Kälte- und Wärmebehandlungen bei akuten oder chronischen Erkrankungen eingesetzt.

Die Hydrotherapie kann im Allgemeinen Einfluss auf die Durchblutung nehmen, das Immunsystem stimulieren oder reflexiv auf innere Organe wirken. (1)

Bekannt sind Anwendungen wie Teil- und Vollbäder, Güsse oder die milden Abwaschungen. Die Hydrotherapie ist dabei von der Balneologie zu unterscheiden, welche auch Heilschlämme oder -gase zur Therapie nutzt.

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Definition und Geschichte

Kneipp-Therapie
Kneipp-Therapie mit Wasser

Der Begriff Hydrotherapie kommt vom griechischen „idro“ für Wasser und bezeichnet die Nutzung von Wasser zu therapeutischen Zwecken. Diese Therapie ist heute ein klassisches Verfahren der Naturheilkunde und entwickelte sich vor allem im 18. und 19. Jahrhundert durch diverse Gelehrte.

Als Begründer der Hydrotherapie gelten heute Siegmund Hahn und sein Sohn, der 1738 ein Buch zur Wassertherapie veröffentlichte. Ein weiterer Wegbereiter war Vincenz Prießnitz, der im 19. Jahrhundert die Therapie mit Wickeln begründete.

Mit Sebastian Kneipp wurde die Wassertherapie ebenfalls stark durch die Entwicklung seiner Kneipp-Medizin geprägt. Heute vereint die Hydrotherapie viele der damals entwickelten Methoden.

Wirkung von Wasseranwendungen

Kältetherapie
Kältetherapie mit niedrigen Temperaturen

Die Wirkung der Hydrotherapie ergibt sich aus der Wärmekapazität und -leitfähigkeit des Wassers. Die Wärme- oder Kältebehandlung hat in der Regel einen umfassenden Effekt auf den gesamten Organismus. So kann die Therapie die

  • Ausleitung fördern
  • Durchblutung stimulieren
  • Reflektorisch beeinflussen
  • Gewebeanregung (Ausscheidung, Lymphfluss) fördern. (1)

Mit der Hydrotherapie kann der Behandler demnach gezielten Einfluss auf das Nervensystem, das Immunsystem und den Stoffwechsel nehmen.

Verwendung der Hydrotherapie

Infektion
Infektion der Nase

Die Hydrotherapie ist eine natürliche Therapieform der Naturheilkunde und wird meist im Bereich der Rehabilitation und Prävention verwendet. Dabei spielen vor allem die Wassertemperatur und die Reizstärke eine Rolle.

Die verschiedenen Anwendungen werden vom Therapeuten individuell in Dauer und Intensität festgelegt. So kann die Hydrotherapie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, rheumatischen Erkrankungen oder zur Stärkung der Immunabwehr (bei chronischen Infekten) zum Einsatz kommen. (1)

Die Temperatur des Wassers kann in kalt (bis 18 °C), warm (etwa 37 °C) und heiß (etwa 40 °C) unterschieden werden. Akute Beschwerden und Entzündungen werden meist kalt behandelt, während chronische Erkrankungen meist Wärmereize erhalten. (1)

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Die Reizstärke der Hydrotherapie wird vom Arndt-Schulz-Gesetz abgeleitet. Demnach entfachen milde Reize die Lebenstätigkeit, mittelstarke Reize fördern sie und starke Reize hemmen sie. Der Therapeut sucht die passende Reizintensität zum Krankheitsbild aus. (1)

Behandlungsmethoden

Medizinisches Bad
Medizinisches Bad in einer Wanne

Die Hydrotherapie kennt viele verschiedene Behandlungsmethoden, bei welchen Wasser in diversen Zuständen und Temperaturen zum Einsatz kommt. Je nach gewünschtem Therapieeffekt können

  • Wechselduschen
  • Auflagen und Wickel
  • Sauna-Anwendungen
  • Güsse und Wassertreten
  • Bäder (Wasserstrahlbad, Teilbad, Bewegungsbad)

genutzt werden.

Unterschied zur Balneologie

Peloid
Peloid als Packung auf dem Rücken

Die Hydrotherapie hat einen ähnlichen Anwendungsraum wie die Balneologie, da beide Therapieformen Wasser nutzen. Während sich die Hydrotherapie jedoch auf gewöhnliches und unterschiedlich temperiertes Wasser begrenzt, nutzt die Balneologie auch andere Heilsubstanzen.

Die Art der Wasseranwendungen unterscheiden sich bei beiden Therapien. Die Hydrotherapie nutzt nur äußerliche Behandlungen mit gewöhnlichem Leitungswasser (Zusätze sind teilweise möglich).

In der Balneologie können hingegen auch innerliche Anwendungen wie etwa Trinkkuren zum Einsatz kommen. Außerdem werden meist Heilwässer aus Heilquellen genutzt sowie weitere feuchte Substanzen sie Peloide oder Heilgase.


Quellenverzeichnis

  1. Bierbach, Elvira (2006): Naturheilpraxis heute, Urban & Fischer, München, S. 190.
MZ

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