Kur: Gesundheitliche Prophylaxe und Rehabilitation an einem Kurort

Kneippsche Anwendung während der KurEine Kur bezeichnet einen auf die Gesundheit ausgerichteten Aufenthalt in einem Heilbad oder Kurort. Der wohnortfremde Aufenthalt soll unter Einbezug der natürlichen, ortstypischen Heilmittel sowie Heilverfahren deutliche höhere Heilungserfolge erzielen.

Im Rahmen der neuen Sozialgesetzgebung wird der Begriff Kur nicht mehr verwendet.

Je nach Ausprägung des Krankheitszustandes umfasst die Kur ein breites Spektrum von Therapieverfahren zur Vorsorge, Rehabilitation bzw. zur Linderung von chronischen Erkrankungen.(1)

Zusätzlich werden an einem Kurort – neben der medizinischen und therapeutischen Versorgung – Beschäftigungsmöglichkeiten wie Sport angeboten.(2)

Begriffserklärung und Grundlagen

Heilerde-Maske während der KurEin Kurort darf sich nur so nennen, wenn dort natürliche Heilmittel vorkommen. In diesem Zusammenhang sind ein heilklimatischer Kurort oder Anwendungen wie eine Moor-Behandlung oder das Baden in einem Thermalheilbad zu nennen.

Dabei setzen die klassischen Heilverfahren während der Kur am Ursprung des gesundheitlichen Prolems an und heilen mit der Kraft der Natur. Der Fokus liegt auf einer ganzheitlichen Betrachtungsweise, um nicht nur das Krankheitszeichen zu beseitigen sondern auch die Widerstandskraft zu erhöhen.(1)

Für eine Kur- oder Rehabilitationsmaßnahme sprechen eine vorbeugende Wirkung, der Erhalt von Gesundheit in instabilen Lebensphasen sowie die gesundheitliche Wiederherstellung nach Operationen, Unfällen oder Krankheiten.(2)

Eine stationäre Kur

Im Rahmen einer stationären Vorsorge- oder Rehabilitationskur, die in der Regel drei Wochen dauert, finden Anwendungen und Therapie – inklusive der Unterbringung und Verpflegung – in der Klinik statt. Dabei entspricht der Aufenthalt nicht der Unterbringung in einem Krankenhaus, denn die Diagnostik muss bereits erfolgt sein. Der Patient muss darüber hinaus so weit therapiert sein, dass er aktiv an den Therapien teilnehmen kann.

Nur wenn eine ambulante Therapie nicht ausreicht oder aus sozialmedizinscher Sicht nicht empfehlenswert ist, erfolgt eine stationäre Kur.(2)

Eine ambulante Kur während des Urlaubs

Entspannung während einer KurEine ambulante Kur dient zur Versorge, um den Ausbruch einer Krankheit oder die Verschlimmerung von Beschwerden zu verhindern.

Während die Kurbehandlungen in einem örtlichen Gesundheits- oder Kurzentrum stattfinden, kümmert sich der Patient – im Gegensatz zur stationären Kur – selbst um Unterkunft und Verpflegung.

Die Dauer einer ambulanten Kur beträgt typischerweise zwei bis drei Wochen.

Der Klimawechsel am Kurort kann ebenfalls dazu beitragen, wieder gesund zu werden.

Der Kurarzt erstellt den individuellen Therapieplan. Beschäftigte werden während eines ambulanten Kuraufenthaltes übrigens nicht krankgeschrieben, sodass sie ihren Jahresurlaub verwenden müssen.(2)

Wasser als kurmäßiges Heilmittel

Kneippsche Kur während einer KurWährend ein Seebad als anerkannter Kurort nahe und ein Seeheilbad direkt an der Meeresküste liegen muss, verbindet ein Kneipp-Heilbad die Eigenschaften eines Heilbades mit den Kurmethoden nach Kneipp.(2)

Im Wasser können Gelenke entlastet, die Durchblutung gefördert und Muskeln entspannt werden. Die im Wasser gelösten Nährstoffe können gesundheitliche Beschwerden sanft lindern und das Immunsystem stärken. Dabei haben die einzelnen Wasserarten wie Meerwasser, Solewasser oder Thermalwasser eine charakteristische Zusammensetzung und Heilkraft.

Badeärzte und Therapeuten stellen den Behandlungsplan nach individuellen Bedürfnissen zusammen. Für Kuraufenthalte kommen diesbezüglich Kneippkurorte oder Kneipp-Heilbäder, Seebäder oder Seeheilbäder und Mineral- oder Thermalheilbäder in Frage.(1)

Luftkuraufenthalte am Meer oder in den Bergen

Eine Frau bei der Kur am MeerEin Luftkurort besitzt wissenschaftlich anerkannte und durch langjährige Erfahrungen bewährte Eigenschaften. Dabei müssen eine besonders hohe Luftqualität und klimatische Eigenschaften vorhanden sein, welche medizinisch nachweisbar zur Therapie eingesetzt werden können.(2)

Wenn Luft mit Pollen oder Schadstoffen belastet ist, kann sie Gesundheit negativ beeinflussen. Wer unter Atemwegserkrankungen wie Asthma leidet, kann sich für eine Kur in einem Kurort oder Heilbad entscheiden, da hier die Luft rein ist. Anstatt Industrie oder Autobahnen gibt es dort Kurparks, Alleen, Wälder oder frische Meeresluft. Über eine pollenarme, sauerstoffreiche und unbelastete Luft sollen die Atemwege befreit, die Durchblutung gefördert und das Immunsystem gestärkt werden.

Heilklimatische Kurorte nutzen die Luft – beispielsweise in Form der trockenen Kälte in den Bergen oder die hohe Luftfeuchtigkeit unter Tage – gezielt zur Linderung von Beschwerden. Am Kurort erstellen Fachleute aus Bewegungs- und Klimatherapie ein individuelles Programm.(1)

Erde als Heilmittel am Kurort

Heilerde-Behandlung bei der KurUm Erde als Kurmaßnahme nutzen zu können, muss der Boden das Kurortes wissenschaftlich anerkannte und durch Erfahrungen bewährte Eigenschaften besitzen.(2)

Aufgrund des Gehalts an Nähr- und Mineralstoffen gehört auch die Erde zu den natürlichen Heilmitteln. Dort gibt es neben Fango und Lehm auch Moor als Heilbad, Kreide und Peloide (Kalkschlamm) zur Erholung und Regeneration.

Je nach Zusammensetzung kann Erde Entzündungen reduzieren, entspannen, Schmerzen lindern und die Blutgefäße erweitern. Gleichzeitig kann sie Wärme besonders lange speichern, gleichmäßig abgeben, um für verschiedene Gesundheitsprobleme eingesetzt zu werden.(1)


Quellenverzeichnis
1. Deutscher Heilbäderverband: Die Kur, http://www.deutscher-heilbaederverband.de/die-kur/, abgerufen am 05. April 2017.

2. rehakliniken.de: Kur oder Reha?, http://www.rehakliniken.de/rund-um-die-kur, abgerufen am 05. April 2017.

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