Kräuterheilkunde: Pflanze als Arznei

PflanzenheilkundeDie Kräuterheilkunde (Fachbegriff: Phytotherapie) ist die Lehre über die Behandlung von Kranken mit Arzneipflanzen.

Die Kräuterheilkunde ist eine der ältesten bekannten Therapieformen rund um die ganze Erde und findet bei vielen Erkrankungen ihren Einsatz. Häufig wird in der Phytotherapie anstatt Heilkräuter auch der Begriff Pflanzendrogen gebraucht. Man versteht darunter die Pflanzen oder Pflanzenteile (getrocknet), die wenn sie in den Körper gelangen, medizinische Wirkung erzielen.

Die Pflanze als Arznei

Während des Wachstums bildet jede Pflanze bestimmte Stoffwechselprodukte, welche dann von ihr gespeichert werden. Einige dieser Stoffwechselprodukte sind von so großem Nutzen, dass die Pflanze dadurch zu einer sogenannten Heilpflanze wird.

Außerdem enthält jede Pflanze auch noch indifferente Stoffe, die Ballaststoffe und beeinflusst dadurch die Resorption (Aufnahme) der Wirkstoffe erheblich. Verwendung finden ganze Pflanzen oder Pflanzenteile als Rohkräuter, Tee oder auch als Fertigarzneimittel aus Pflanzenstoffen.

Kräuterheilkunde: Die Pflanze als ArzneiFolgende Pflanzenteile finden sich, ja nach Heilpflanze, zur Anwendung in den Arzneibüchern:

  • Herba – Kraut
  • Folium – Blatt
  • Flos – Blüte
  • Radix – Wurzel
  • Rhizoma – Wurzelstock
  • Bulbus – Zwiebelkuchen
  • Tuber – Wurzelknollen
  • Semen – Samen
  • Fructus – Frucht
  • Cortex – Rinde
  • Lignum – Kernholz

In der EU müssen pflanzliche Arzneimittel nach den Bestimmungen des Arzneimittelrechts behördlich zugelassen werden. Für die Zulassung müssen dabei Qualität, Wirksamkeit und auch Unbedenklichkeit nachgewiesen werden.

Kategorien der PhytotherapieAnwendung

Die häufigsten Form der Anwendung von Heilkräuter in der Naturheilkunde sind frische oder getrocknete Kräuter in Form von Tees und Aufgüssen, Tinkturen, Kompressen oder aber auch als Salben.

Als Pflanzenkundiger ist es möglich die meisten Kräuter selbst zu sammeln. Eine sichere Alternative ist jedoch der Einkauf von qualitätsgeprüften Heilkräutern zum Beispiel aus der Apotheke oder dem Kräuterhandel.

Echte Heilkräuter sollten Arzneibuchqualität haben, da es qualitative Unterschiede zwischen einem Lebensmitteltee und einem echten Arzneitee gibt.

Bei der Verabreichung von pflanzlichen Drogen sollte folgendes beachten werden:

Art der Erkrankung, Zustand der Patienten, Toxizität der Droge, voraussichtliche Anwendungsdauer und Anwendungsart.

Anwendungsgebiete

KräuterkundeDer Einsatz der Kräuterheilkunde ist recht vielfältig. Die häufigste Anwendung findet sie jedoch unter anderem bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, bei Erkältungskrankheiten, Unruhe oder Einschlafproblematik und teilweise auch bei leichten Kreislaufstörungen.

Arzneitees mit weniger stark wirkenden Inhaltsstoffen eignen sich dabei auch zur Selbstmedikation, vor allem bei leichten Erkrankungen oder auch Befindlichkeitsstörungen.

Liegt jedoch eine ernsthafte Erkrankung vor, sollte der Rat eines Therapeuten eingeholt werden.

Da pflanzliche Arzneimittel nicht immer nebenwirkungsfrei sind sollte immer auf eine sachgemäße Anwendung geachtet werden.

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