Kompresse: Wundauflage für die Wundheilung

Kompresse mit Verband wird angelegtEine Kompresse (lat. comprimere – zusammendrücken) ist eine Wundauflage. Diese besteht aus einem Stück Mull oder Vliesstoff, kann aber auch ein gefaltetes Tuch sein.

Kompressen werden zur Blutstillung verwendet und dienen zudem auch als Schutz der Wundfläche vor Verunreinigungen.
Zur Aufbringung von Salben können ebenfalls Kompressen zum Einsatz kommen.

Kompressen sind je nach Anwendungsbereich steril oder auch unsteril erhältlich. (1)

Zur Behandlung von Verstauchungen oder Muskelzerrungen werden Kalt-Warm-Kompressen eingesetzt.(2)

Kompresse zur Wundheilung

Am besten geeignet für die Wundversorgung sind Mullkompressen oder Vliesstoffkompressen.(1)

Die Mullkompresse wird aus gewebten Baumwoll- oder Viskosefasern hergestellt, die vielfach gefaltet werden. Der Vorteil: Sie fusseln so gut wie nicht.(1)

Die Vliesstoffkompresse besteht meist aus ⅔ Viskose und ⅓ Polyester. Auch sie wird mehrfach gefaltet. Im Gegensatz zur Mullkompresse kann die Vliesstoffkompresse mehr Flüssigkeit aufnehmen.(1)

Anwendung bei Wunden

Sterile WundeInsbesondere bei Platz- und Schnittwunden wird die Kompresse gern eingesetzt. Die Wundauflage darf nicht flusen und muss keimarm sein. Deshalb kommt zur Wundbehandlung nur eine sterile Kompresse infrage.(3)

In der Regel werden Kompressen vorsichtig auf die Wunde aufgelegt, mit einem Klebestreifen fixiert und danach zusätzlich mit einer Mullbinde umwickelt. Das sorgt zum einen für besseren Halt und Stabilität der Kompresse, zum anderen wird auf diese Weise ein leichter Druck auf die Wunde ausgeübt. Zu starker Blutfluss wird dadurch gestoppt.(1)

Das sogenannte Verbandpäckchen stellt eine besondere Form der Kompresse dar. Hier ist die Kompresse in eine Mullbinde integriert. Ein zusätzlicher Klebestreifen ist demnach nicht notwendig.(1)

Anwendungsfehler

Gefährlich kann es werden, wenn eine sterile Kompresse nicht unter sterilen Bedingungen angebracht wird, also mit Verunreinigungen, z.B. durch ungewaschene Hände oder durch Ablegen auf einer schmutzigen Oberfläche, in Berührung kommt. So können Keime in die Wunde gelangen und Infektionen verursachen.(1)

Größen

Kompressen sind in der Regel in verschiedenen Größen zu finden. Die medizinische Mullkompresse (Material: Baumwolle oder Viskose) ist genormt nach der DIN EN 14079.(1)

Kalt-Warm-Kompresse

Frau mit Eisbeutel bei Kopfschmerzen und MigräneEinen andere Form der Kompressen sind die sogenannten Gelkompressen. Diese kann man zum Kühlen bzw. zum Wärmen von Muskelzerrungen, Knochenbrüchen, Verstauchungen, Prellungen usw. verwenden.(1)

Anwendung der Kalt-Warm-Kompressen

Kalte Kompressen

Die Kälte-Kompresse wird bei Schwellungen eingesetzt. Bevor die kalte Kompresse verwendet werden kann, muss sie für ca. 2 Stunden in das Gefrierfach gelegt werden. Die Konsistenz des Gels sollte nicht zu hart sein.(2)

Warme Kompressen

Wärme-Kompressen lösen Verspannungen und lockern die Muskeln. Die Kompressen werden vor der Anwendung etwa 5 bis 10 Minuten in ein ca. 90°C heißes Wasserbad gelegt oder teilweise auch in der Mikrowelle erwärmt.(2)

Anwendungsfehler vermeiden

Kalte Kompressen

Es wird Empfohlen, zwischen Haut und Kompresse ein dünnes Tuch oder eine Vliesstoff-Hülle zu legen, um Kälteverbrennungen zu vermeiden.(2)

Warme Kompressen

Da direkter Hautkontakt wegen der starken Wärme-Entfaltung vermieden werden sollte, ist es empfehlenswert, ein dünnes bzw. feuchtes Tuch zwischen Kompresse und Haut zu legen.(2)

Größen

Alle Kalt-Warm-Kompressen haben in der Regel eine rechteckige Form und werden in unterschiedlichen Größen angeboten.

Zugelassene Kompressen sind mit dem CE-Siegel gekennzeichnet.(2)


Quellenverzeichnis

  1. Wikipedia, die freie Enzyklopädie: Kompresse
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kompresse, aufgerufen am 4. Dezember 2018
  2. Wikipedia, die freie Enzyklopädie: Gelkompressen
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gelkompresse, aufgerufen am 4. Dezember 2018
  3. Erste Hilfe: Wunden richtig versorgen | Apotheken Umschau
    https://m.apotheken-umschau.de/Erste-Hilfe/Erste-Hilfe-Wunden-richtig-versorgen-8440.html, aufgerufen am 4. Dezember 2018

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