Diagnose: Finaler Bestandteil jeder Untersuchung

Diagnose beim PatientenUnter dem Begriff Diagnose versteht man in der Medizin das Feststellen oder Bestimmen von körperlichen oder psychischen Krankheiten. Die Diagnose entscheidet darüber, auf welche Weise der Patient weiter behandelt wird. (1)

Die Diagnose ist wichtiger und abschließender Bestandteil einer jeden Untersuchung. Ohne eine gestellte Diagnose kann keine passende Behandlungsmethode für den Patienten erstellt werden. (2)

Diagnosestellung

Eine Diagnose wird gestellt, indem der Mediziner die Befunde des Patienten beurteilt. Zu den Befunden gehören Beschwerden, Krankheitszeichen (Symptome) sowie Kombinationen der einzelnen Symptome. (1)

Ebenso können Normalbefunde und nicht krankhafte Normabweichungen dazu beitragen, eine Diagnose zu stellen. Durch eine körperliche Untersuchung, eine intensive Befragung des Patienten (Anamnese) sowie durch chemische oder apparative Untersuchungen werden diese Befunde erhoben. (1)

Arten der Diagnose

Idealerweise fügt sich aus den einzelnen Befunden ein präzises Krankheitsbild zusammen. Somit ist lässt sich eine klare Diagnose stellen. In vielen Fällen lässt sich allerdings anhand der auftretenden Befunde keine klare Diagnose ausarbeiten. Aus diesem Grund gibt es spezielle Begrifflichkeiten, die sich auf den jeweiligen Sicherheitsgrad der Diagnose beziehen. (1)

Ausschlussdiagnose

Bei der Ausschlussdiagnose werden anhand von diversen Untersuchungen alle anderen möglichen Erkrankungen mit denselben auftretenden Symptomen ausgeschlossen, bis nur noch eine Erkrankung in Frage kommen kann. (1)

Verdachts- und Arbeitsdiagnose

Kommt man bei der gründlichen Untersuchung der Befunde auf ein unschlüssiges Ergebnis, geht der mutmaßlichen Diagnose ein V.a. (Verdacht auf) voraus. Grundsätzlich wird die Verdachts- und Arbeitsdiagnose eingesetzt, um den Verdacht auf eine Erkrankung durch weitere Untersuchungen entweder zu bestätigen oder aber zu verwerfen. (1)

Es gibt viele Gründe, sich auf einen begründeten Verdacht zu beziehen. So könnten beispielsweise weitere Untersuchungen ein beträchtliches Gesundheitsrisiko für den Erkrankten darstellen oder von diesem rigoros abgelehnt werden, die nötigen technischen Geräte oder (in Notfällen) einfach die benötigte Zeit fehlen. Auch aus Kostengründen können weitere Untersuchungen zur Diagnosefindung abgelehnt werden. (1)

Differenzialdiagnose

Alle Diagnosen, die möglicherweise bei den vorhandenen Symptomen oder medinischen Befunden in Betracht gezogen werden können, werden in ihrer Gesamtheit als Differenzialdiagnose bezeichnet. (1)

Diagnose ex Juvantibus

Übersetzt man den Begriff „ex Juvantibus“ aus dem Lateinischen, so bedeutet er „vom Heilerfolg her“. Führen also bei einer unsicheren Diagnose auf Probe durchgeführte Therapien zu einer sichtbaren Verbesserung oder sogar zur Heilung, wird daraufhin die Richtigkeit der Diagnose festgestellt. (1)

Fehlgeschlagene Diagnose

Wird bei einer Untersuchung eine falsche Diagnose gestellt, so bezeichnet man diese als Fehldiagnose. (1)

Vorgehensweise zur Diagnosestellung

In der Medizin wird bei der Diagnose auf viele unterschiedliche Verfahren zurückgegriffen. Hierbei werden nicht nur einfache Untersuchungsmethoden angewendet, sondern auch auf technische Hilfsmittel zurückgegriffen (z.B. das MRT). (2)

Anhand der Anamnese und der körperlichen Untersuchung wird eine Arbeitsdiagnose erstellt. Diese ist der Ausgangspunkt für alle weiteren Untersuchungen. Die nachfolgenden Erkenntnisse führen dann zur Bestätigung, Veränderung oder dem Verwerfen der Arbeitsdiagnose. (1)

Welche Methode zur Diagnosefindung ausgewählt wird, richtet sich maßgeblich nach Art der Symptome und Befunde, dem Aufwand und dem Risiko der Untersuchungsmethode. In der Regel sind die Untersuchungen abgeschlossen, wenn nur noch eine mögliche Diagnose in Betracht gezogen werden kann. Untersuchungen können jedoch auch vorzeitig abgebrochen werden, wenn

  • Die Erkrankung keinerlei Therapie bedarf.
  • Die Erkrankung nicht therapiert werden kann.
  • Alle Untersuchungen dasselbe Ergebnis aufweisen.

Bei Zeitmangel besteht eine besondere Herausforderung, da hier die Diagnose schnell gestellt werden muss. (1)

Grundlegende Diagnostik

Zur grundlegenden Diagnostik gehören Methoden wie die Anamnese, also die Befragung zur Vorgeschichte des Patienten, die körperliche Untersuchung und das Berücksichtigen des persönlichen Umfelds des Patienten. Gerade bei einem Notfalleinsatz können herumliegende Medikamente oder auch Spritzen notwendige Informationen über den Gesundheitszustand des Patienten liefern. (1)

Apparative Diagnostik

Kann mit den grundlegenden diagnostischen Mitteln keine Diagnose gestellt werden, ist der Einsatz von technischen Geräten zur Diagnosefindung sinnvoll. Hier muss jedoch der Nutzen gegenüber den anfallenden Kosten und das mögliche Risiko für den Patienten berücksichtigt werden. Die apparative Diagnostik ist nur dann sinnvoll, wenn tatsächlich neue Erkenntnisse aus der Untersuchung gewonnen werden können. (1)

Beispiele für apparative Diagnostik:

  • Labordiagnose, wie Blut- oder Urinuntersuchungen.
  • Untersuchungen von Gewebe und Zellen durch Histologie oder Zytologie.
  • Optische Verfahren wie Endoskopie, CT, MRT, Röntgen.
  • Messungen von elektrischen Feldern im Körper wie EKG, EEG oder auch ENG.
  • Druckmessungen der Gefäße oder des Schließmuskels.
  • Funktionstest, zum Beispiel in der Lunge.
  • Untersuchung der Reflexe.
  • Belastungsuntersuchungen, wie Ergometrie oder Glukosetoleranztest. (1)

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Quellenverzeichnis:

  1. Wikipedia: Diagnose, https://de.wikipedia.org/wiki/Diagnose, abgerufen am 17.04.2019.
  1. DocCheck: Diagnose,https://flexicon-mobile.doccheck.com/de/Diagnose, abgerufen am 17.04.2019.

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