Akupressur: chinesische Heilmethode durch Fingerdruck

Akupressur
Mit der Akupressur können nach der TCM die Meridiane stimuliert werden und dadurch auch der Energiefluss.

Die Akupressur ist eine chinesische Heilmethode der TCM (Traditionellen Chinesischen Medizin). Die Akupressur hat starke Ähnlichkeit mit der Akupunktur, wobei mit Fingerdruck statt Akupunkturnadeln gearbeitet wird. Sie ist auch als Druckmassage oder Druckpunkmassage bekannt.

Bei der Akupressur werden Daumen- oder Fingerkuppen auf bestimmte Akupunkturpunkte auf der Haut gedrückt und massiert. Diese Stimulation versucht die Lebensenergie Qi in den Meridianen zum Fließen bringen. Ferner können dadurch energetische Blockaden gelöst werden. Diese sind nach chinesischer Auffassung für viele Krankheiten und Beschwerden verantwortlich.

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Die Akupressur kommt häufig bei Schmerzen, Verdauungsproblemen oder rheumatischen Beschwerden zum Einsatz. (1)

Aufgrund der einfachen Behandlungstechnik eignet sich die Akupressur sehr gut zur Selbstmassage. Der Anwender muss lediglich wissen, wo die einzelnen Punkt liegen. Je nach Beschwerden können diese dann gedrückt oder kreisend massiert werden.

Für eine ganzheitliche und begleitende Therapie ist das Wissen eines erfahrenen Akupressur-Therapeuten unersetzlich.

Wirkung

Akupressur im NackenDie Akupressur bietet den Anwendern ein sehr breites Wirkungsspektrum. Sie wird bevorzugt bei Schmerzzuständen, Nervosität, Verdauungsstörungen oder rheumatischen Beschwerden eingesetzt.

Nach der chinesischen Medizin kann die Akupressur bei folgenden Beschwerden Linderung verschaffen (1):

  • Schmerzen wie Rückenschmerzen, Koliken, Zahnschmerzen, Migräne oder Gelenkschmerzen
  • Allergien
  • Erkältungen
  • Immunschwäche
  • Verdauungs- und Magenprobleme
  • Hauterkrankungen
  • Kreislaufbeschwerden
  • Schlaflosigkeit
  • Stress
  • Ängste

Patienten und Therapeuten berichten über die positiven Auswirkungen der Akupressur-Behandlung. Dennoch konnte die Wirksamkeit wissenschaftlich noch nicht belegt werden. Ähnlich wie bei der Akupunktur, sind die therapeutischen Erfolge jedoch nicht von der Hand zu weisen. Mediziner finden zudem immer mehr Beweise für die Existenz der Meridiane. So deutet eine erhöhte elektrische Hautspannung an bestimmten Stellen darauf hin. (2)

Ursprung der Akupressur

Die Akupressur gehört zu einer der ältesten chinesischen Heilmethoden überhaupt. Die genauen Ursprünge können heute nicht mehr zurückverfolgt werden. Denn die Entstehung ging in Teilschritten und Erkenntnissen von statten.

Experten gehen davon aus, dass die Akupressur als Vorläufer der Akupunktur praktiziert wurde. Sie entstand vermutlich aus dem natürlichen Bedürfnis bei Schmerzen die Haut zu drücken oder zu reiben. So wurde sie zunächst für die Linderung von Schmerzen eingesetzt. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen könnte die Akupressur bereits 5.000 Jahre alt sein. Denn Ausgrabungen brachten 4.000 Jahre alte Akupunktur-Nadeln zu Tage. Das Wissen um die Akupressurpunkte musste schließlich viele Jahre zuvor entwickelt worden sein.

Abgrenzung zur Akupunktur

AkupunkturBei der Akupressur werden bestimmte Akupressurpunkte entlang der Meridiane durch Daumen- und Fingerdruck stimuliert. Die Akupunktur arbeitet hingegen mit Akupunkturnadeln aus Metall. Beide Heilmethoden berufen sich dabei auf dasselbe Meridiansystem.

Die Ausübung der Akupunktur erfordert jedoch mehr Erfahrung und Kenntnisse über die Akupressurpunkte bzw. Meridianpunkte. Durch falsches Einstechen der Nadeln kann es zu Entzündungen oder Nervenschädigungen kommen. Auf der anderen Seite kann die Akupunktur die Akupunkturpunkte präziser treffen und somit intensiver wirken als die Akupressur.

Die Akupressur ist wiederum für die Selbstanwendung sehr gut geeignet. Eine umfassende Ausbildung für die Durchführung ist nicht notwendig. Der Anwender muss vor allem wissen, wo die Punkte liegen.

Über Yin und Yang, Qi und die Meridiane

TCMDie Akupressur ist eine wirkungsvolle Heilmethode der traditionellen chinesischen Medizin. Um ihren Wirkmechanismus zu verstehen, muss sie im Kontext betrachtet werden. Es geht dabei um die Verbesserung des energetischen Flusses im menschlichen Körper.

Die Lebensenergie Qi

Als Qi bezeichnen die Chinesen die alles durchdringende Lebensenergie. Sie umgibt den Menschen nicht nur, sie fließt auch durch ihn hindurch. Der Körper befindet sich in einem gesunden Zustand, wenn das Qi ungehindert durch ihn hindurchfließen kann. Krankheiten entstehen hingegen durch Blockaden und daraus resultierenden Überfluss oder Mangel an Qi.

Die Meridiane

Die Meridiane sind ein Netz aus feinen Bahnen oder Kanälen, die im Körperinneren liegen. Nach der TCM fließt darin die Lebensenergie und wird überall hin transportiert. Dabei wird von 12 Hauptmeridianen gesprochen, welche alle wichtigen Organe und Körperbereiche durchziehen. Durch die Stimulation bestimmter Meridianpunkte (Akupunkturpunkte, Akupressurpunkte) kann der gesamte Meridian angeregt oder beruhigt werden.

Das Prinzip von Yin und Yang

Nach der TCM beschreiben Yin und Yang das Prinzip des Gegensätzlichen und des voneinander Abhängigen. So kann keine Gegebenheit ohne ihr Gegenstück existieren. Kein Tag ohne Nacht, kein leben ohne sterben, keine Ruhe ohne Bewegung und dergleichen. So gehören auch die Meridiane einer der beiden Polaritäten an. Zudem gibt das Prinzip von Yin und Yang dem Therapeut Aufschluss über die Art und Intensität seiner Akupressur.

Durchführung einer Akupressur-Behandlung

Vorbereitungen wie bei der klassischen Massage sind weitestgehend unnötig – insbesondere bei der Selbstanwendung kann direkt mit der Stimulation der Akupressurpunkte begonnen werden. Die Akupressur bei einem Therapeuten wird häufig dennoch mit einer einleitenden Massage begonnen. Dadurch entspannt und lockert sich der Patient. Zudem werde die Meridiane insgesamt angeregt und vorbereitet.

Die Behandlung besteht prinzipiell nur aus dem Drücken und kreisförmigen Massieren der jeweiligen Punkte. Kreisen im Uhrzeigersinn wirkt dabei tonisierend (anregend) und kreisen gegen den Uhrzeigersinn sedierend (beruhigend). Je nach gewünschter Wirkung wird der Punkt nun für einige Minuten gedrückt und massiert.

Es erfordert etwas Übung und Einfühlungsvermögen, um die Akupressurpunkte zu finden und richtig zu berühren. Trotz vorhandener Meridiankarten sind die jeweiligen Punkte bei jedem Menschen ein wenig versetzt. In der Regel sind sie schmerzempfindlicher als ihre Umgebung und somit gut zu lokalisieren.

Kontraindikationen

TherapeutZwar gilt die Akupressur als sanftes Heilverfahren, dennoch eignet sie sich nicht für jeden. Die Stimulation der Akupunkturpunkt kann bestimmte Vorgänge im Körper anregen. Daher kann die Behandlung von

  • schweren Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Operationsnarben
  • Hautpilzbefall und
  • schlecht verheilten Knochenbrüchen

zu Problemen führen. (3)


Quellenverzeichnis

  1. Chang, David (2009): Das große Buch der Massagetechniken, 1. Aufl., München, Bassermann, S. 42.
  2. Chang, David (2009): Das große Buch der Massagetechniken, 1. Aufl., München, Bassermann, S. 22.
  3. Chang, David (2009): Das große Buch der Massagetechniken, 1. Aufl., München, Bassermann, S. 44.
MZ

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