Progressive Muskelentspannung: Methode zur Lockerung

Progressive MuskelentspannungDie Progressive Muskelentspannung ist eine Methode in der Therapie für gezielte Lockerung von Körper und Geist. Dabei handelt es sich um Übungen zur An- und Entspannung von bestimmten Muskelgruppen. In der Therapie ist sie zudem als Progressive Muskelrelaxation bekannt.

Die Progressive Muskelentspannung wird vom Patienten selbst durchgeführt, jedoch vom Therapeuten angeleitet. Mittlerweile ist die Methode auch außerhalb der Therapie als Entspannungsverfahren für den privaten Gebrauch üblich.

Durch die Progressive Muskelentspannung wird die Aufmerksamkeit bewusst auf die Muskeln gelenkt. Die körperliche Entspannung kann dabei auch eine geistige Entspannung fördern.

Entstehung und Entwicklung

Autogenes TrainingDie Progressive Muskelentspannung ist seit über einem Jahrhundert bekannt und wurde etwa zur gleichen Zeit wie das Autogene Training entwickelt. Heute ist sie als Therapiemethode sowie als Selbsthilfe im privaten Gebrauch bekannt.

Die Methode ist auch als Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR) bekannt. Sie wurde ab 1909 an der Universität in Harvard als Lehrmethode unterrichtet. Die bewusste Entspannung von Muskeln ist mittlerweile auch in anderen Entspannungsverfahren außerhalb der Therapie bekannt.

Da die Muskelentspannung auf einfache Weise erlernt werden kann, sind heute viele Videos und CDs für die Selbsthilfe mit dieser Methode erhältlich. Dabei wird der Nutzer angeleitet und folgt den Anweisungen des Sprechers.

Wirkung der Progressiven Muskelentspannung

VerspannungDie Progressive Muskelentspannung kann eine vielfältige Wirkung haben. Ihre Eigenschaften entfalten sich vor allem auf den Zustand der Muskulatur und das vegetative Nervensystem. Üblicherweise kann die Methode bei

helfen. Außerdem kommt sie bei Herz- und Kreislauferkrankungen wie etwa Hypertonie, funktionellne Herzbeschwerden oder die Zeit nach einem Herzinfarkt zum Einsatz. (1)

Prinzip und Verwendung

MuskelnDas Prinzip der Progressiven Muskelentspannung umfasst das bewusste Anspannen und Entspannen von Muskeln. Die Behandlung kann in unterschiedlichem Rahmen selbstständig oder mit Anleitung erfolgen.

Die Methode geht davon aus, dass durch eine körperliche Entspannung auch eine geistige Beruhigung möglich ist. Bei nervlichen Spannungen durch Aufregung oder Ängste kommt es auch zur Muskelanspannung. Die Progressive Muskelentspannung kann im Umkehrschluss diese lösen. (1)

Die Behandlung kann therapiebegleitend oder als Prävention erfolgen. Dabei sind Einzelsitzungen oder Behandlungen in Gruppen möglich. Die Methode kann auch vor oder nach der eigentlichen Therapie des Patienten erfolgen.

Bekannt ist die Progressive Muskelentspannung auch im Sport- und Wellnessbereich. So kann die Methode mit Hilfe einer CD-Anleitung oder komplett selbstständig auch Zuhause durchgeführt werden. Sie ist häufig Bestandteil beim Yoga und auch als Einschlafhilfe bekannt.

Vorgehen bei der Therapie

EntspannungsmusikDie Progressive Muskelentspannung erfolgt meist nach einem bestimmten Ablauf, welcher eine schrittweise Vertiefung in die Entspannung ermöglicht. Die Vorgehensweise hängt davon ab, welche Körperbereiche gezielt gelockert werden wollen.

Bei der Progressiven Muskelentspannung konzentriert sich der Patient auf die jeweilige Muskelgruppe oder den Muskel. In diesem Zuge spannt er die Muskeln gezielt an, hält die Spannung und löst sie wieder. Dieses Vorgehen erfolgt nach Ansage des Therapeuten.

Bei einer vollständigen Muskelentspannung des ganzen Körpers beginnt die Therapie bei den Armen und verläuft weiter über die Unterarme, den Kopf- und Nackenbereich, die Bauchmuskeln, Beine und endet bei den Füßen. (1)

Kontraindikationen

KontraindikationDie Progressive Muskelentspannung wird bei einigen Störungen oder Erkrankungen nicht durchgeführt.

Dazu gehören:

  • akute Psychose
  • malginer Hypertonus
  • kardinale Dekompensation (1)

Diese Kontraindikationen beziehen sich auf die therapeutische Anwendung der Progressiven Muskelentspannung.


Quellenverzeichnis:

  1. Volker Schmiedel, Matthias Augustin (2008): Leitfaden Naturheilkunde, 5 Aufl., Urban & Fischer, München, S. 460ff.

MZ

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