Fastenkur: Bewusster, kurmäßiger Verzicht auf Nahrung

Trinken bei FastenkurEine Fastenkur bezeichnet ein ein- bis mehrwöchiges Fasten mit dem Ziel, gesundheitliche Effekte zu erzielen.

Bei einer sogenannten Nulldiät wird komplett auf Nahrung verzichtet. Dabei dürfen nur kalorienfreie Getränke im Mix mit Nahrungsergänzungsmitteln aufgenommen werden, um die Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen zu sichern.

Beim Saftfasten, bei dem bis zu 300 Kilokalorien zugeführt werden kännen, werden zusätzlich Obst- und Gemüsesäfte sowie Gemüsebrühe aufgenommen. (1)

Moderne Formen setzen alternativ auf Intervallfasten, welches dauerhaft möglich ist. Dabei wird der Nahrungsverzicht in den Alltag integriert und regelmäßig durch Phasen des Essens unterbrochen. (2)

Zielsetzungen einer Fastenkur

Gewichtsabnahme bei Fastenkur Das klassische Heilfasten nach Buchinger (Saftfasten) zielt darauf ab, den Körper zu ‚entschlacken‚ und Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist ein gesunder Körper allerdings in der Lage, nicht verwertbare Substanzen auch ohne das Fasten aus dem Körper – über Darm und Nieren – auszuscheiden.

Zusätzlich kann auch der Zweck des freiwilligen Nahrungsverzichtes darin bestehen, geistige und seelische Aspekte – beispielsweise im Rahmen der religiösen Fastenzeit – zu fokussieren.

Bei chronischen Darmerkrankungen, Herz- oder Stoffwechselerkrankungen kann eine Fastenkur – als sogenanntes therapeutisches Heilfasten – auch unter ärztlicher Anleitung erfolgen.

Viele fastende Personen nutzen eine Fastenkur für den Wunsch, das Körpergewicht zu reduzieren. (1)

Ablauf einer Fastenkur

Fastenkur mit SaftfastenIm Fokus steht die hohe Flüssigkeitszufuhr auf Basis von Leitungs- oder Mineralwasser und Tee. Morgens eignen sich leicht anregende Getränke wie Rosmarintee oder grüner Tee.

Wer morgens unter Kopfschmerzen leidet, kann in den ersten Tagen der Fastenkur den Tee mit etwas Honig süßen.

Tagsüber und mittags kann die Flüssigkeitszufuhr über Pfefferminz-Tee, Matetee, Verveinetee oder über weitere Kräuterteesorten erfolgen. (3)

Beim Saftfasten bzw. Heilfasten wird zusätzlich Gemüse- und Obstsaft sowie Gemüsebrühe in den Fastentag involviert. (1)

Während sich als abendliche Getränke beruhigende Teesorten auf Basis von Melisse oder Orangenblüte eignen, kann das Wohlbefinden zur Nachtruhe über abendliches Wassertreten, Fußbäder oder einen Knieguss gesteigert werden.

Auch morgendliche kalte Waschungen sind im Rahmen einer Fastenkur typisch, die sich positiv auf mögliche Stimmungsschwankungen auswirken sollen. Zum Anregen des Kreislauf werden darüber hinaus Trockenbürsten, kalte Fußbäder oder Wassertreten mit Bewegung empfohlen.

Zusätzlich aktivierend kann ein Bürstenbad mit Rosmarin mit wärmenden Effekten wirken. Frische Luft, Saunagänge, heiße Leberauflagen und Atemübungen können in den Fastentag eingebaut werden. (3)

Fasteneinstieg und Ernährungsabbau nach der Fastenkur

Apfeltag vor FastenkurAls Fasteneinstieg hat es sich bewährt, den Körper mit einer vegetarischen Reduktionskost auf die Fastenkur vorzubereiten.

Am Tag vorher ist ein Reis- oder Apfeltag sinnvoll, der am Abend mit einem abführenden Kräutertee beendet wird.

Darüber hinaus sind als Vorbereitung auf die anschließende Fastenkur ein Molke- oder Kartoffeltag – oder das Verzehren von saisonalen Früchten – geeignet. Insbesondere Kartoffeln und Reis wirken dabei entwässernd.

Zusätzlich – beispielsweise bei ungünstigen Ernährungsgewohnheiten – kann eine gründliche Darmentleerung als Fasteneinstieg mit einem Einlauf empfehlenswert sein.

Als Einstieg in eine Fastenkur sind auch Buttermilch, Molke oder verdünnter Sauerkraut-, Gemüse- oder Fruchtsaft sowie salzarme Gemüsebrühe zum Mittag geeignet.

Im Anschluss an das Fasten wird ein sanfter Ernährungsaufbau empfohlen. In diesem Zusammenhang sind beispielsweise Getreidesuppen oder Pellkartoffeln mit Quark zu nennen.

Schritt für Schritt kann eine leichte, salzarme und vegetarische Kost eingeführt werden, die nach Kneipp dauerhaft sinnvoll ist.

Bei Rückfällen werden erneut Entlastungstage empfohlen, die auch regelmäßig wöchentlich oder einmal pro Monat durchgeführt werden können. (3)

Kritische Aspekte des Fastens

Gewichtssteigerung nach FastenkurIm Anschluss an eine Fastenkur besteht das Risiko einer schnellen Gewichtszunahme, weil sich der Körper beim Nahrungsverzicht auf die Hungersituation eingestellt hat.

Wer sein Gewicht dauerhaft reduzieren möchte, sollte nach der Fastenperiode nicht wieder in alte Essgewohnheiten verfallen. Ansonsten lagert der Körper nach dem Nahrungsverzicht das Essen vermehrt als Körperfett ein, um sich vor erneuten Hungersituationen zu schützen bzw. besser auf den Energieverlust eingestellt zu sein.

Nach beendeter Fastenkur benötigt der Körper für längere Zeit weniger Nahrung. Entsprechend sind sowohl bei einer Nulldiät als auch beim Heilfasten in puncto Abnehmen keine dauerhaften Erfolge zu erzielen.

Erfolgt eine Ernährungsumstellung im Anschluss an eine Fastenkur ist eine dauerhafte Gewichtsabnahme hingegen realistisch.

Wer ständig fastet, geht das Risiko ein, negative gesundheitliche Effekte zu induzieren: diesbezüglich ist ein Eiweißverlust bei einer Nulldiät zu nennen. Dadurch können Komplikationen – beispielsweise Veränderungen der Herzmuskulatur – verursacht werden.

Aufgrund der Risiken ist eine Fastenkur ohne therapeutische Notwendigkeit nur für gesunde Personen angezeigt.

Vor einer Fastenkur sollte ein Arzt – insbesondere bei bestehender Krankheit – konsultiert werden.

Wer über einen längeren Zeitraum fasten möchte, sollte sich ebenfalls ärztlich betreuen lassen. (1)

Kontraindikationen zum Fasten

Fastenkur nicht bei SchwangerschaftSchwangere oder stillende Frauen, Kinder und untergewichtige Personen sollen keine Fastenkur durchführen.

Gleiches gilt für Personen mit einer Hyperurikämie (einem erhöhten Harnsäurespiegel).

Auch bei verschiedenen Grunderkrankungen ist vom Fasten abzuraten. In diesem Zusammenhang ist beispielsweise eine Bluterkrankheit oder eine Schilddrüsenüberfunktion zu nennen. (1)


Quellenverzeichnis

  1. Onmeda: Fastenkuren, https://www.onmeda.de/diaet/fastenkuren.html/, abgerufen am 14. April 2018
  2. Apotheken Umschau: Gesund abnehmen mit Intervallfasten, https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Gesund-abnehmen-mit-Intervall-Fasten,fasten224.html, abgerufen am 14. April 2018
  3. Kneipp.ch: Fastenkur, https://kneipp.ch/das-ist-kneippen/kneipp-lexikon/fastenkur/, abgerufen am 14. April 2018

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