Triggerpunkt: Zone mit in andere Körperregionen ausstrahlenden Schmerzen

Triggerpunkt
Triggerpunkt-Massage einer Frau im Nackenbereich

Das Wort Triggerpunkt stammt aus dem englischen Sprachgebrauch und bedeutet auslösender Punkt. Gemeint ist das Auslösen von ausstrahlenden Schmerzen in entfernte Körperregionen.

Triggerpunkte nennt man Muskelfaserverdickungen an Muskeln und Sehnen. Von den etwa 600 Muskeln der Skelettmuskulatur kann jeder einen oder mehrere Triggerpunkte bilden.

Entstehung von Triggerpunkten

Triggerpunkt-Behandlung
Triggerpunkt-Behandlung auf dem Rücken einer Frau

Triggerpunkte entstehen im Laufe der Zeit als Folge von immer wiederkehrenden Bewegungen oder Fehlhaltungen. Was anfangs ein gewöhnlicher Muskelkater war, kann sich mit der Zeit verhärten und anhaltende Schmerzen verursachen. Denn die Muskelfasern müssen sich ständig zusammenziehen und wieder entspannen können. Dafür benötigen sie Energie, die vom Körper durch den Sauerstoff im Blut bereitgestellt wird.

Ist das Muskelgewebe aber einseitigen Belastungen ausgesetzt, beginnen die Zellen im Bindegewebe damit, dort mehr Fasern einzulagern, wo die höchste Zugspannung besteht. Das Gewebe verdichtet sich dort, wird härter und undurchlässiger. Die Durchblutung wird eingeschränkt, was in weiterer Folge auch die Muskulatur beeinträchtigt.

Funktioniert das Entspannen und die Durchblutung der Muskulatur nicht mehr richtig, können sich Triggerpunkte bilden.

Triggerpunkte können als Bindegewebe-Ablagerungen angesehen werden. Es handelt sich bei ihnen um millimeter- bis wallnussgroße Stellen in der Muskulatur, die sich nicht mehr entspannen können und zusammengezogen bleiben. Diese zusammengezogenen Punkte in der Muskulatur nennt man Triggerpunkte.

Sie halten die Spannung punktuell fest und können sie in das umgebende Gewebe weiterleiten. Das kann sehr schmerzhaft sein.

Mögliche Ursachen der Entstehung von Triggerpunkten

Nach der Theorie der Entdeckerin der Triggerpunkte, Dr. Janet G. Travell, liegen die Ursachen der Entstehung solcher Triggerpunkte in

  • einer monotonen oder gleichbleibenden Bewegungen im Beruf oder Alltag,
  • Zugluft, Kälte
  • Überbeanspruchung durch Verletzungen oder Zerrungen
  • Verspannungen nach Fehlhaltungen, z. B. nach Operationen
  • Verspannungen aufgrund von Stress oder anderen äußeren Einflüssen
  • Verspannungen aufgrund von psychischen Einflüssen
  • Bewegungseinschränkungen an Hüft-, Knie- oder Schultergelenken

Schmerzausstrahlung von Triggerpunkten

Triggerpunkt mit Schmerzausstrahlung
Triggerpunkt am Fußrücken mit Schmerzausstrahlung in andere Körperbereiche

Charakteristischerweise strahlen Triggerpunkte den Schmerz in andere Gebiete des Körpers aus und übertragen Schmerzen auch in tiefere Gewebeschichten wie Sehnen und Gelenke.

Die Schmerzen, die von Triggerpunkten ausgehen können, sind oft sehr unterschiedlich. Sie können von Ziehen über Brennen, von Schwindelgefühlen bis zu Ohrengeräuschen und weiter bis hin zu einem Gefühl von Kraftlosigkeit reichen.

Taubheitsgefühle und Versteifungen von Gelenken, Nacken-, Kiefer- und Gelenkschmerzen haben oft ihre Ursache in Triggerpunkten, aber auch Angststörungen und Depressionen.

So können z. B. Rückenschmerzen von Triggerpunkten in der seitlichen Gesäßmuskulatur ausgehen oder Kopfschmerzen und Migräne von Triggerpunkten in der Nackenmuskulatur.

Jeder Mensch hat sogenannte „schlafende“ Triggerpunkte. Mit anderen Worten ausgedrückt: Jeder Mensch hat einzelne verspannte Muskelfasern, die aber erst zunächst keine Probleme bereiten. Erst wenn ein Übermaß eintritt, entstehen problematische Triggerpunkte.

MZ

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