Traditionelle Chinesische Medizin: Östliche Gesundheitslehre

Traditionelle Chinesische MedizinDie Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist eine östliche Gesundheitslehre, welche überwiegend in China praktiziert wird. Auch wenn die Prinzipien und die Heilmethoden von der westlichen Medizin nicht anerkannt sind, so bildet die TCM im Osten ein in sich geschlossenes und funktionierenden Medizinsystem.

Das Verständnis um die Entstehung und Behandlung von Krankheiten unterscheidet sich bei der Traditionellen Chinesischen Medizin stark vom westlichen Verständnis. Für die Traditionelle Chinesische Medizin ist die Ermittlung „der einen“ Ursache nicht so relevant.

Die Hauptaufgabe eines TCM Arztes liegt im Ausgleich der beiden Prinzipien Yin und Yang. Dies wird erreicht indem Einflüsse wie „Wind“ oder „Hitze“ aus den Organen geleitet werden. Das Krankheitsbild kann vor allem mit Hilfe von Pulsdiagnose und Zungendiagnose ermittelt werden.

Bekannte Therapieverfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin sind etwa Akupunktur oder Tuina Anmo.

Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin

Yin und Yang

Das Prinzip von Yin und Yang spielt in der Traditionellen Chinesischen Medizin eine große Rolle. Nach chinesischer Auffassung können Körperbereiche und sogar einzelne Organe Yin oder Yang zugeordnet werden.

Yin und Yang beherrschen jeweils gegensätzliche Prinzipien und sollen stets in Harmonie zueinander, also in Balance, stehen. Wenn eines der Prinzipien stärker oder schwächer wird, dann können Krankheiten entstehen.

Die Komplexität von Yin und Yang im Körper zeigt sich auch an der Tatsache, dass selbst ein Yin Aspekt wie Kälte wiederum in Yin und Yang Aspekte (sehr kalt oder mäßig kalt) unterteilt wird. (1)

Der Energiefluss

AkupunkturpunkteEin weiterer wichtiger Aspekt ist die Gesundheit von Qi, welches durch den Körper fließt. Die Lebensenergie fließt durch Leitbahnen (Meridianen) entlang des Gefäßsystems und versorgt so Organe und Gewebe.

Auch Qi kann in Disharmonie fallen und so für Beschwerden sorgen. Möglich sind Leitbahnblockaden, sowie mangelndes oder überschüssiges Qi.

Die Traditionelle Chinesische Medizin unterscheidet zudem mehrere Arten von Qi. Neben dem Hauptqi (die Summe der Qis) besitzen alle Organe auch ihr eigenes Qi. Dieses hat jeweils spezifische Aufgaben und Eigenschaften. (2)

Die Meridiane geben dem TCM-Arzt wiederum die Möglichkeit (etwa durch Akupunktur) den Energiefluss zu kontrollieren und dadurch auch Einfluss auf die Organtätigkeit zu nehmen.

Entstehung von Krankheiten

Die Traditionelle Chinesische Medizin unterscheidet grob gesehen zwei Möglichkeiten, durch welche Krankheiten entstehen können. Das sind einmal die „Bösartigen Einflüsse“ und die Emotionen. Natürlich spielt auch die Lebensweise mit Ernährung, Sexualität und Bewegung eine Rolle.

Emotionen

Emotionen wie Wut, Angst oder Freude haben ebenfalls Einfluss auf den Gesundheitszustand. Die Traditionelle Chinesische Medizin ordnet den wichtigsten Verdauungsorganen einige grundlegende Emotionen zu. Krankheiten der Organe können sich demnach auch in den jeweiligen Emotionen bemerkbar machen. (3)

Äußere und innere Einflüsse

Zu den „Bösartigen Einflüssen“ werden nach der Traditionellen Chinesischen Medizin die Einflüsse von Hitze und Kälte, Feuchtigkeit und Trockenheit, Wind, sowie Sommerhitze gezählt. Die häufigsten Disharmonien entstehen jedoch durch Kälte, Hitze, Wind und Feuchtigkeit.

Mit diesen Einflüssen sind tatsächlich klimatische Gegebenheiten gemeint. Diese sind zwar natürlich, doch sie können einen disharmonischen Körper befallen und in sein Inneres eindringen, um dort Krankheiten zu verursachen. (4)

Diese „Bösartigen Einflüsse“ können aber auch indirekt, etwa durch Bewegungsmangel und dadurch entstehende Kälte oder durch einen lebhaften Lebensstil und dadurch entstehende Hitze, in Erscheinung treten.

Unterschied zur westlichen Medizin

Die Traditionelle Chinesische Medizin sucht in ihrer Behandlung von Kranken stets nach dem individuellen Muster der Krankheitsstruktur. Erst wenn sich ein vollständiges Bild des vorhandenen Ungleichgewichts ergibt, dann wird die Therapie begonnen.

Es wird nicht nach einer einzigen Ursache gesucht, welche für die Krankheit verantwortlich ist. Der Mensch wird zunächst als Ganzes betrachtet, sodass sämtliche Disharmonien festgestellt werden können. (5)

Der TCM-Arzt beobachtet für seine Diagnose vor allem den Puls und die Zunge des Patienten. Daran kann er den inneren Zustand des Körpers erkennen und den Ort der Disharmonie feststellen.

Bekannte Heilverfahren

Die Traditionelle Chinesische Medizin kennt mehrere Therapiemethoden, die hauptsächlich auf natürliche Weise heilen. Die wichtigsten sind die Kräuterkunde und die Akupunktur. Ferner können Massagen, Ernährungsempfehlungen und Bewegung verordnet werden.

Kräuterkunde

Die Verabreichung von Kräutern stellt die hauptsächliche Behandlung der Traditionellen Chinesischen Medizin dar. Nach der TCM können bestimmte Kräuter auf bestimmte Organe, Meridiane oder Körperbereiche wirken. Die Aktivität im Körperinneren kann dadurch beeinflusst werden. Häufig werden verschiedene Kräuter verordnet, die über mehrere Wochen mehrmals täglich eingenommen werden sollen.

Akupunktur und Moxibution

MoxibustionDurch Akupunktur und Moxibustion können die Leitbahnen und das darin fließende Chi beeinflusst werden. Diese Behandlung kann bei Energieblockaden sowie Schmerzzuständen sehr hilfreich sein. Doch auch Qi-Mangel kann durch Akupunktur behoben werden.

Bei der Akupunktur werden feine Metallnadel in bestimmte Akupunkturpunkte gestochen. Einstichtiefe und Verweildauer können dabei unterschiedlich sein.

Die Moxibustion arbeitet zudem mit Hitze in Form von angezündeten Moxakegeln, Moxazigarren oder Moxanadeln. Mit Moxa ist in der Regel Beifuß gemeint. (6)

Massagen

Zu den bekanntesten Massageformen der Traditionellen Chinesischen Medizin gehören:

Auch Massagen können den Energiefluss anregen und den Körper zustätzlich in Bewegung setzen. Die Asiatischen Massagen zeichnen sich vor allem durch Fingerdruck und Mobilisationstechniken aus. Gelegentlich wird auch Massageöl verwendet.


Quellenverzeichnis

  1. Kaptchuk, Ted J. (2007): Das große Buch der chinesischen Medizin, 2. Aufl., Fischer Verlag, Frankfurt am Main, S. 19ff.
  2. Kaptchuk, Ted J. (2007): Das große Buch der chinesischen Medizin, 2. Aufl., Fischer Verlag, Frankfurt am Main, S. 46ff.
  3. Kaptchuk, Ted J. (2007): Das große Buch der chinesischen Medizin, 2. Aufl., Fischer Verlag, Frankfurt am Main, S. 144ff.
  4. Kaptchuk, Ted J. (2007): Das große Buch der chinesischen Medizin, 2. Aufl., Fischer Verlag, Frankfurt am Main, S. 130ff.
  5. Kaptchuk, Ted J. (2007): Das große Buch der chinesischen Medizin, 2. Aufl., Fischer Verlag, Frankfurt am Main, S. 12ff.
  6. Wikipedia.org: Moxibustion, abgerufen am 31. Januar 2013.
MH

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